Milliarden-Offerte: Deutsche Bank bietet offenbar für riskante Papiere

Die Schuldenkrise ist längst nicht überwunden, doch an den Märkten steigt offenbar die Risikofreude wieder. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zeigen Großbanken Interesse an einst als Giftpapiere verrufenen Anlagen. Auch die Deutsche Bank soll zu den Kaufanwärtern gehören.

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Händler in Chicago: Risikofreude steigt wieder

New York - Sie gelten als Auslöser der weltweiten Finanzkrise: undurchsichtige Pakete mit Hypothekenpapieren, die Institute untereinander weiterreichten. Als die Risiken dieser Anlagen zutage kamen, stießen die Banken ihre Anteile panisch ab. Doch nun gibt es offenbar wieder Interesse an den einstigen Giftpapieren. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg bereitet die Deutsche Bank eine Offerte für ein milliardenschweres Paket an Hypothekenpapieren (CDO) vor. Demnach will sie diese von der US-Notenbank Fed kaufen.

Das Institut wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, interessieren sich auch die britische Bank Barclays Chart zeigen und Credit Suisse Chart zeigen für die Papiere. Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs Chart zeigen habe sich erkundigt, ob ihre Kunden investieren wollten. Diese Institute wollten die Pläne ebenfalls nicht kommentieren.

Auf der vergangenen Bilanzpressekonferenz hatte der scheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erklärt, das Institut habe sich von riskanten Geschäftsaktivitäten verabschiedet - unter anderem dadurch, dass die Bank keinen Eigenhandel mehr betreibt, also nicht mehr auf eigene Rechnung spekuliert. Allerdings bietet die Bank interessierten Kunden weiterhin den Handel mit Finanzinstrumenten an.

Fed verhökert Pakete wieder an Banken

Zu dem Paket mit Hypothekenpapieren gehören laut Bloomberg zwei Finanzprodukte mit einem Nennwert von 7,49 Milliarden Dollar. Diese sollten Kredite für Gewerbeimmobilien absichern, die die Deutsche Bank Chart zeigen 2007 und 2008 ausgegeben hatte.

Die US-Notenbank Fed hatte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 die Hypothekenpapiere im Zuge der Rettungsaktion für den einst weltgrößten Versicherer AIG übernommen. Der Konzern hatte sich mit den Kreditversicherungen verzockt. Angesichts der Beruhigung auf den Immobilien- und Kapitalmärkten beginnt die US-Zentralbank nun mit dem Verkauf der Papiere. Im Februar hatte die Fed bereits ein Paket an Credit Suisse und Goldman Sachs losgeschlagen und damit dem US-Steuerzahler einen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar beschert.

In der vergangenen Woche kündigten die Notenbanker an, Teile eines weiteren Derivate-Portfolios mit dem Namen Maiden Lane III zu verkaufen. Darin sind insgesamt Papiere mit einem Nennwert von 47,7 Milliarden Dollar gebündelt. Diese waren Ende 2011 laut Fed 17,8 Milliarden Dollar wert. Fraglich ist, ob die Zentralbank das Paket komplett verkauft oder in einzelnen Teilen.

Ende März notierten an Wolkenkratzer, Hotels und Einkaufszentren gekoppelte Hypothekenpapiere auf dem höchsten Stand seit vier Jahren. Angesichts niedriger Zinsen suchen viele Investoren wieder nach lukrativeren Anlageformen.

US-Großbanken starten mit hohen Gewinnen ins Jahr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte kürzlich gewarnt, sichere Finanzanlagen könnten zur Mangelware werden. Papiere mit höchster Sicherheitsgüte hätten aber eine Schlüsselrolle für die globalen Finanzmärkte. Sie stünden für Wertbeständigkeit, würden als Sicherheit für Rückkauf- und Derivategeschäfte genutzt und stellten auch ein zentrales Element zur Erfüllung aufsichtsrechtlicher Regeln dar.

In den USA dürfte die Risikofreude der Banken allerdings wieder steigen. Denn die Institute dort können wieder gute Zahlen vorweisen. So meldete die US-Großbank JP Morgan Chart zeigen am Freitag, ihr Geschäft habe sich im ersten Quartal dank des Aufschwungs an den Börsen und der Wirtschaftserholung in den USA stark verbessert. Zwischen Januar und März verdiente der Konzern 5,4 Milliarden Dollar, eine Steigerung um 44 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2011.

Die viertgrößte US-Bank Wells Fargo Chart zeigen startete sogar mit einem Rekordgewinn ins Jahr. Dank guter Hypotheken-Geschäfte und geringerer Rückstellungen für faule Kredite verdiente das 160 Jahre alte Institut aus San Francisco im ersten Quartal 4,3 Milliarden Dollar.

mmq/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 34 Beiträge
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1. too big to fail
torrelamata 13.04.2012
Zitat von sysopREUTERSDie Schuldenkrise ist längst nicht überwunden, doch an den Märkten steigt offenbar die Risikofreude wieder. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zeigen Großbanken Interesse an einst als Giftpapieren verschrieenen Anlagen. Auch die Deutsche Bank soll zu den Kaufanwärtern gehören. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,827424,00.html
ist doch kein problem für die db unter ihrer neuen zockerführung in spe. wenn´s schiefgeht steht der deutsche michel gerne parat um diese schulden zu übernehmen - wie immer alternativlos da too big to fail. dieses bankstergesocks macht unter dieser berliner nietenkoalition was es will - zum ko..en
2. Nun einmal ehrlich,
sorata 13.04.2012
Zitat von torrelamataist doch kein problem für die db unter ihrer neuen zockerführung in spe. wenn´s schiefgeht steht der deutsche michel gerne parat um diese schulden zu übernehmen - wie immer alternativlos da too big to fail. dieses bankstergesocks macht unter dieser berliner nietenkoalition was es will - zum ko..en
wer hat denn von diesem Vater aller Zocker Anshu Jains etwas anderes erwartet? Einen Augenblick. Nur Merkel und Schäuble und das mit alternativloser Sicherheit.
3.
glen13 13.04.2012
Zitat von sysopREUTERSDie Schuldenkrise ist längst nicht überwunden, doch an den Märkten steigt offenbar die Risikofreude wieder. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zeigen Großbanken Interesse an einst als Giftpapieren verschrieenen Anlagen. Auch die Deutsche Bank soll zu den Kaufanwärtern gehören. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,827424,00.html
Gier ist eine unheilbare Krankheit, von der alle Banken befallen sind. Sie können also nichts dafür. Die Armen.
4. Es
sorata 13.04.2012
ist davon auszugehen, dass A. Jains nur darauf brennt, die DB dem Mittal-Komplex zuzuführen. Nun, wer hätte das gedacht?
5. Ich sehe das auch so!
peterfremen 13.04.2012
Zitat von torrelamataist doch kein problem für die db unter ihrer neuen zockerführung in spe. wenn´s schiefgeht steht der deutsche michel gerne parat um diese schulden zu übernehmen - wie immer alternativlos da too big to fail. dieses bankstergesocks macht unter dieser berliner nietenkoalition was es will - zum ko..en
--------------------------- Wie hat Merkel gesagt? Nicht nur "alternativlos"! Die zockenden Bankster können wir nicht in Haftung nehmen oder bestrafen, sondern die sind "SYSTEMRELEVANT", sind also relevant für ihr "System Merkel", damit es nicht zusammenbricht. Das ist aber kein Kapitalismus sondern purer Protektionismus. Der Kapitalismus an sich schont Zocker nicht vor Kapitalverlusten, sondern Merkel verschuldet uns deutsche Steuerzahler und Nachkommen, um zockenden Bankstern und ihren Milliardärsbossen Verluste zu ersetzen. Das ist nicht mehr Kapitalismus in Demokratie, sondern Protektionismus in Oligarchie! Die Boni-Bankster brauchen doch keine Verluste zu befürchten, die können mit System Merkel nur gewinnen.
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