Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Schoko-Streit mit Stiftung Warentest: Ritter Sport verzichtet auf Schadenersatz

Den Rechtsstreit mit der Stiftung Warentest hat Ritter Sport gewonnen. Für den entstandenen Image- und Umsatzschaden will der Schoko-Produzent aber keine Entschädigung.

Ritter-Sport-Schokolade: Streit um Aroma ist beigelegt Zur Großansicht
DPA

Ritter-Sport-Schokolade: Streit um Aroma ist beigelegt

Waldenbuch/Berlin - Der Schokohersteller Ritter Sport verzichtet auf mögliche Schadenersatzforderungen gegen die Stiftung Warentest. "Wir werden nicht gegen die Stiftung Warentest klagen", sagte ein Unternehmenssprecher dem "Tagesspiegel".

Der Schokoladenhersteller hatte im September vor Gericht im Streit mit der Stiftung Warentest gesiegt. Die Stiftung darf Ritter Sport in ihrem Schokoladentest keine irreführende Kennzeichnung eines Vanillearomas vorwerfen.

In einem Test von Vollmilch-Nuss-Schokoladen vor gut einem Jahr, kurz vor Weihnachten, hatten die Prüfer der Ritter-Sport-Tafel die Note fünf gegeben, weil die Schokolade das Aroma Piperonal enthalte, das künstlich hergestellt worden sei. Der Hersteller hatte eine einstweilige Verfügung gegen diese Behauptung erreicht. Ob das Aroma tatsächlich natürlich oder chemisch hergestellt ist, konnte das Gericht nicht klären.

"Unser Ziel war es zu beweisen, dass unsere Deklaration korrekt ist und Zweifel auszuräumen", sagte der Ritter-Sport-Sprecher dem Bericht zufolge, "das haben wir erreicht." Durch den Streit sei Ritter Sport ein enormer Imageschaden entstanden.

Nach dem Urteil hatte der Sprecher gesagt, nachteilige Folgen beim Absatz ließen sich kaum nachweisen, da der Umsatz in der Vorweihnachtszeit generell höher sei.

Erst am Freitag teilte das Unternehmen mit, dass der bisherige Geschäftsführer Alfred Ritter sein Amt aufgibt. Der 61-jährige Enkel des Firmengründers übergibt den Vorsitz an Andreas Ronken, bislang in der Geschäftsführung für Produktion und Technik zuständig.

abl/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Gutes Geld schlechtem hinterherwerfen
tailspin 16.11.2014
Ritter's Haltung heisst auf Englisch "take the high road", und das hilft letztlich dem verletzten Image. Vielleicht ist das mehr wert als Geld. Zumindest ist das einfacher als reale oder imaginaere Umsatzverluste geltend zu machen, diese mit Warentest in Verbindung zu bringen. und sich zudem in weitere Prozesskosten zu stuerzen mit ungewissem Ausgang.
2. Also...
tom-rheker 16.11.2014
...ich mag ja die stiftung - diesen Feldzug gegen Ritter Sport fand ich aber ziemlich doof. Zumal ich letztens entdeckte, dass in dieser Schoki - im Gegensatz zu den meisten anderen - kein Palmöl bzw. -fett enthalten ist. Bin nicht ganz sicher, ob das stimmt, das wäre jedoch für mich viel wichtiger als irgend'n Aroma.
3.
territrades 16.11.2014
Für mich hat die Stiftung Warentest immer noch recht: Wenn "natürliches Vanillearoma" geschrieben steht, erwarte ich, das dieses von einer Vanillepflanze stammt, und nicht künstlich hergestellt wurde, auch wenn am Ende der Produktion vielleicht die gleichen Moleküle stehen mögen. Der Fall zeigt nur, das die europäischen Gesetze unwillig oder unfähig sind, den Verbraucher umfassend zu informieren. Der Fall hat die Stiftung Warentest bei mir im Ansehen deutlich steigen lassen. Die nehmen ihre Fahne anscheinend auch mal aus dem Wind.
4.
spon-facebook-10000283853 16.11.2014
Ritter Sport ist ohne staatliche Hilfe oder Subvention groß geworden, weil die Menschen freiwillig aus der Überzeugung gekauft haben, dass sie die gewünschte Qualität zum angemessenen Preis bekommen. Stiftung Warentest ist ein halb-staatliches Gebilde, das über lange Jahre den Markt der Test-Zeitschriften durch Monopolisierung dominiert hat. Und durch die staatliche Gründungsgenese auch Staatsnähe hatte. Mir ist die Dominanz, die aus dem Willen von Verbrauchern entsteht und auf freiwilliger Kooperation besteht, immer lieber.
5. @ 3 Territrades
dasbeau 16.11.2014
Das ist aber der falsche Weg. Die Stiftung kann nicht ein Unternehmen an den Pranger stellen, obwohl dieses sich an die Gesetze hält. Diese mag man für falsch halten, dann muss ich aber dem Gesetzgeber auf die Füße treten und kann nicht das Recht in die eigenen Hände nehmen. Das ist am Ende nichts anderes als Selbstjustiz und das ist nicht Aufgabe der Stiftung.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: