Bis 2020 Roboter ersetzen in Industrieländern fünf Millionen Jobs

Roboter bedrohen einem Medienbericht zufolge bis 2020 rund fünf Millionen Jobs in den Industrieländern - vor allem in Deutschland. Eine Untersuchung des Weltwirtschaftsforums habe ergeben, dass in erster Linie Bürojobs gefährdet sind.

Ein Roboter greift eine Visitenkarte: Digitalisierung bedroht fünf Millionen Jobs
REUTERS

Ein Roboter greift eine Visitenkarte: Digitalisierung bedroht fünf Millionen Jobs


Wegen des zunehmenden Einsatzes von Automatisierungstechnik, Robotern und der fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft werden die Industrieländer einer Studie zufolge in den nächsten fünf Jahren rund fünf Millionen Jobs verlieren. Bedroht seien vor allem Stellen in Büros und Verwaltung, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Untersuchung des Weltwirtschaftsforums berichtet.

Die Prognose beruht demnach auf einer Umfrage unter den Topmanagern der 350 größten Konzerne der Welt. Die kommende industrielle Revolution, die unter dem Schlagwort "Industrie 4.0" firmiert, macht demnach insgesamt mehr als sieben Millionen Arbeitsplätze überflüssig.

Betroffen seien weniger die Fabriken, die bereits weitgehend automatisiert sind, sondern Büros und Verwaltung. Dabei geht es vor allem um Arbeitsplätze mit weitgehend standardisierten Aufgaben, wie etwas bei Sachbearbeitern.

Industrie 1.0: Dampfmaschinen waren der Motor der ersten industriellen Revolution. Sie wurden erstmals Ende des 18. Jahrhunderts in Fabriken eingeführt und trieben die Industrialisierung massiv voran. Das Foto zeigt eine Dampfmaschine im Süden Londons im Jahr 1853.

Industrie 2.0: Henry Ford führte in der Autoproduktion 1913 das Fließband ein. Jeder Arbeiter erledigte nun nur noch einen Handgriff, das machte die Produktion deutlich schneller. Im Bild aus dem Jahr 1914 setzen Arbeiter in einem Ford-Werk im US-Bundesstaat Michigan Schwungräder zusammen.

Industrie 3.0: Die Mikroelektronik führte Mitte der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts zu einem erneuten Wandel. Damals kamen die ersten programmierbaren Steuerungen auf den Markt, fortan waren auch in den Fabriken Programmierer gefragt.

Industrie 4.0: In der modernen Fabrik verschwinden die Roboter - im Bild das Modell Yumi von ABB - nicht mehr hinter Sicherheitszäunen, sondern produzieren mit Mitarbeitern Hand in Hand. Sie sind mit den Werkstücken und untereinander vernetzt und tauschen so permanent Informationen über den Stand des Fertigungsprozesses aus.

Gefährdet seien jetzt vor allem die Angestellten mit "weißem Kragen", heißt es demnach in der Untersuchung. Dem gegenüber stehen nur zwei Millionen neue Stellen, die für Spezialisten im Bereich Computer und Technik bis zum Jahr 2020 neu geschaffen werden sollen.

Deutschland ist der Studie zufolge stärker vom Wandel betroffen als andere Staaten in Europa. Zudem seien Frauen sehr viel mehr bedroht vom Verlust des Arbeitsplatzes als Männer, was die Forscher mit der unterschiedlichen Ausbildung der Geschlechter begründen. Im Vorteil sind hingegen alle naturwissenschaftlichen und IT-Berufe, die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), in denen der Frauenanteil noch immer niedrig ist.

nck/AFP



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insgesamt 160 Beiträge
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Seite 1
tom0781 17.01.2016
1.
Jaja... bis die Chefs dann irgendwann merken das Roboter keine Produkte kaufen...
titus_livius 17.01.2016
2.
Behält dann hier wenigstens Tenhagen seinen Job mit den tollen wöchentlichen Spartips. Oder gibt es da dann doch Zusammenhänge zwischen Geiz ist geil Mentalität und Abbau von Arbeitsplätzen?
WwdW 17.01.2016
3. tja die Automatisierung kennt man die diese Jobs kostet
Heutzutage muß man alles selbst machen zu dem es früher Assistenten oder Assistentinnen gab. Gleiches gilt für z.B. die PC-Wartung usw. Das führt dazu, dass der Ingenieur oder andere Experten weit überdurchschnittlich mit Verwaltungskram belastet werden, anstatt die Arbeit zu tun. Das Management sieht sich aber bestätigt, weil wirklich weniger Verwaltungsmitarbeiter benötigt werden. Dafür sinkt die Produktivität der Mitarbeiter die am Ende das Geld reinbringen. Vermutlich sind die schlechter geworden, machen nur noch Dienst nach Vorschrift - definitiv findet das Managment heraus - mit Hilfe der gleichen Beratungsfirma die schon obige Verwaltungsautomatisierung vorgeschlagen und eingeführt hat, dass jetzt Arbeitsverdichtung betrieben werden muß und entlässt 20% der Leistungsträger. Ab da geht die Firma den Bach hinunter. Vielen Dank an die kopflose Automatisierung!
surry 17.01.2016
4. Was dann?
Zitat von tom0781Jaja... bis die Chefs dann irgendwann merken das Roboter keine Produkte kaufen...
Was machen dann die vielen Millionen Menschen ohne sinnvolle Arbeit? Früher konnte man sie Pyramiden bauen lassen - aber heute?
Mindbender 17.01.2016
5. ...
"Einem Medienbereicht" zufolge? Wo ist die Quelle? Was ist das mal wieder für ein grottenschlechter "Artikel" auf Spon?
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