Robuster Euro: Europas Superstar trotzt dem Krisendomino
Erst Griechenland, jetzt Irland - und bald Portugal? Für Pessimisten ist die Sache klar: Der Euro ist angeschlagen, dem Vorzeigeprojekt der Europäer droht das Aus. Aber realistisch ist dieses Szenario nicht. In Wirklichkeit spricht wenig für den Tod der Gemeinschaftswährung.
Hamburg - Es herrscht Alarmstimmung in Europa. Schon wieder. Erst mussten die EU-Staaten Griechenland vor der Pleite retten. Nun bewahren sie Irland vor dem finanziellen Untergang.
Wer schon bei der ersten Operation im Frühjahr vor einem Dominoeffekt unter den europäischen Schuldensündern warnte, sieht sich nun bestätigt. Deshalb glauben die Verfechter des Pechschwarz-Szenarios, dass sie auch mit ihren weiteren Prophezeiungen Recht behalten werden. Demnach kippt bald Portugal um - und früher oder später fallen auch Spanien und Italien. Spätestens dann gilt für die Euro-Zone: Schluss. Ende. Aus.
So verführerisch diese Grusel-Vorhersagen angesichts der aktuellen Situation auch erscheinen mögen: Sie sind nicht besonders realistisch. Natürlich ist die Lage in Irland alles andere als rosig. Und es wäre leichtsinnig, mögliche Gefahren für den Euro zu ignorieren.
Doch aus heutiger Sicht spricht wenig dafür, dass die Währungsunion wirklich gefährdet ist, geschweige denn in eine katastrophale Krise stürzt, an deren Ende der Tod des Euro steht. Dafür gibt es vor allem drei Gründe:
- Irland ist kein zweites Griechenland.
- Die Europäer haben aus der Haushaltsmisere gelernt.
- Der Euro steht im Vergleich zu Dollar und Yen gut da.
Was bedeutet das konkret? SPIEGEL ONLINE gibt den Überblick:
- 1. Teil: Europas Superstar trotzt dem Krisendomino
- 2. Teil: Was Irland von Griechenland unterscheidet
- 3. Teil: Wie die Schuldenländer ihre Haushalte in Ordnung bringen
- 4. Teil: Warum der Euro sich hinter Dollar und Yen nicht verstecken muss
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- Dienstag, 23.11.2010 – 12:06 Uhr
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Der Hetzer
Joseph Goebbels - Der Mann, der Hitler machte
Fläche: 70.182 km²
Bevölkerung: 4,588 Mio.
Hauptstadt: Dublin
Staatsoberhaupt:
Michael D. Higgins
Regierungschef: Enda Kenny
Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | Irland-Reiseseite
Für die klammen Euroländer stellt die Gemeinschaft bei Bedarf bis zu 750 Milliarden Euro Soforthilfe zur Verfügung.
Die ersten 60 Milliarden Euro kommen direkt von der EU-Kommission.
Sollte dieses Geld nicht ausreichen, kommen dazu die 440 Milliarden Euro schweren Hilfen einer Finanz-Zweckgesellschaft (siehe unten).
Zusätzlich steuert der Internationale Währungsfonds (IWF)mindestens 250 Milliarden Euro bei.
Die Euroländer selbst müssen das Geld dabei nicht auf den Tisch legen, sie treten vielmehr als Garanten für das zu leihende Geld auf.
Die Euroländer wollen die Finanzmärkte stärker regulieren. Dazu zählen Derivate und Rating-Agenturen, die die Kreditwürdigkeit von Schuldnern - und damit auch Staaten - bewerten.
Darüber hinaus versprechen sich die Staaten auch von der Einführung eines "Stabilitätsbeitrags" der Banken und einer weltweiten Abgabe auf Finanztransaktionen eine stärkere Beteiligung des Finanzsektors an den Kosten der Finanz- und Schuldenkrise.
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