Radikaler Rückbau Rocket Internet baut in Berlin massiv Personal ab

Rocket Internet wird demontiert: Die Start-up-Fabrik baut in der Berliner Zentrale massiv Personal ab. Rocket-Chef Oliver Samwer will so die hohen Verluste reduzieren.

Rocket-Chef Oliver Samwer.
REUTERS

Rocket-Chef Oliver Samwer.

Von manager-magazin-Redakteur Jonas Rest


Die Start-up-Holding Rocket Internet kürzt Hunderte Stellen. Dies berichtet das manager magazin. Rocket-Chef Oliver Samwer wolle auf diese Weise die hohen Verluste der Holding reduzieren.

Statt mehr als 400 Mitarbeiter wie noch Ende vergangenen Jahres sollen in der Berliner Zentrale inzwischen weniger als 200 sitzen, nicht mal mehr die Hälfte also. In der Personalabteilung werde unter der Hand sogar das Ziel ausgegeben, auf rund hundert zu kommen - und zwar noch im laufenden Jahr. "Wo es irgend geht, werden Leute in Ventures verschoben", zitiert manager magazin einen Insider. Rocket wollte dazu keine Stellung nehmen.

Hinter dem Schrumpfkurs steckt offenbar ein Strategieschwenk: Während Rocket Internet beim Börsengang vor zwei Jahren darauf gesetzt habe, selbst Unternehmen auszugründen, fokussiere die Start-up-Holding inzwischen zuvorderst auf Investments in bereits gegründete Unternehmen. Mehrere eigene Ausgründungen mussten zuletzt wieder dichtgemacht werden.

Rocket Internet wollte zu dem Thema zunächst keine Stellung nehmen, dementierte aber am Freitag, dass ein Stellenabbau bei Rocket in diesem Umfang geplant sei.



insgesamt 62 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ptb29 18.11.2016
1. Die Zauberformel des Managements
Unabhängig davon, womit Rocket Internet Geld verdienen will, Personal entlassen ist die Zauberformel. Irgendwann werden die Manager feststellen, dass keiner mehr da ist, der die Arbeit macht. Zu diesem Zeitpunkt sind die BWLer, denen nichts einfällt, mit ihrem Honorar schon über alle Berge.
Rubyconacer 18.11.2016
2. Sehr traurig
Was da mit Berlin angestellt wird, ist sehr traurig. Trotz dreier Universitäten und zwanzig Fachhochschulen, nutzen immer noch zu wenig Unternehmen dieses Potential, was sogar noch mit geringem Lohnniveau und niedrigen Gewerbemieten gekoppelt ist. Wahrscheinlich ist es zuu einfach und wird daher von Unternehmern ausgeblendet und gemieden!
Sibylle1969 18.11.2016
3. Rocket Internet = Null Innovation
Rocket Internet ist in keinster Weise innovativ. Alle sogenannten Startups, die sie in den letzten Jahren aufgezogen haben, waren lediglich Kopien von Geschäftsmodellen, die in anderen Ländern erdacht wurden. Zudem sind sie überwiegend in Geschäftsfeldern aktiv, die sich durch hohe Konkurrenz und niedrige Margen auszeichnen. Essenslieferdienste n oder eine Agentur, die Putzkräfte vermittelt, all das gibt es schon seit Jahrzehnten auch offline, allerdings schon immer ein Geschäft mit extrem niedrigen Margen. Oder glaubt irgendwer ernsthaft, dass all die Pizzabuden oder Asia-Imbisse, die Essen ausliefern, damit richtig reich werden? Wenn da jetzt noch ein Vermittler dazwischen ist, der mitverdienen will, wird es eng. Und nur weil das jetzt über eine Webseite oder App geht, ist das noch lange kein innovatives Geschäftsmodell.
Berlin142 18.11.2016
4. Nichts zu sehen, was es sich zu kopieren lohnt...
Mittlerer Weile hat sich halt das Geschäftsmodell der Samwers herumgesprochen und auch junge, aufstrebende Unternehmen passen auf, dass ihre Lösungen besser gegen die Berliner Kopiermaschine geschützt sind. dann wird es schon schwierig, wenn man keine eigenen Ideen hat. JT
acboehme 18.11.2016
5. Investoren in Rocket
wollen auch nur Geld verdienen - genau wie Rocket Internet. Wer etwas Anderes erwartet hat, na ja....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.