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Start-up-Schmiede: Rocket Internet braucht mehr Geld

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Rocket-Internet-CEO Samwer: Jedes Jahr zehn neue Unternehmen

Milliarden für die Expansion: Oliver Samwer bittet die Aktionäre seiner Start-up-Holding Rocket Internet, mehr Geld einsammeln zu dürfen. Die Aktie des Unternehmens stürzt ab.

Die Berliner Start-up-Fabrik Rocket Internet Chart zeigen kann sich weitere Milliarden am Kapitalmarkt besorgen, um ihr Firmengeflecht zu vergrößern. "Wir planen, weiterhin jedes Jahr zehn neue Unternehmen an den Start zu bringen", sagte Vorstandschef Oliver Samwer am Dienstag auf der ersten öffentlichen Hauptversammlung in Berlin.

Die Holding, die an zahlreichen jungen Internetunternehmen beteiligt ist, hatte im Oktober einen vielbeachteten Gang an die Börse gewagt. In den Folgewochen war die Aktie aber abgestürzt und schwankte seitdem stark. Am Tag der Hauptversammlung sank der Aktienkurs um mehr als drei Prozent.

Die Aktionäre haben das Vertrauen in das Management aber offenbar noch nicht verloren: Sie ermächtigten den Vorstand mit großer Mehrheit, im Zeitraum bis Juni 2020 Wandelanleihen im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro auszugeben. Solche Anleihen können zum Laufzeitende in neue Aktien des Unternehmens umgewandelt werden. Ob und wann eine Kapitalerhöhung konkret ansteht, ließ Samwer auch auf Nachfrage von Aktionären offen.

Samwer verteidigt verlustreichen Expansionskurs

Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen Verluste von 46 Millionen Euro. Samwer hatte den kostspieligen Expansionskurs kürzlich verteidigt. Wenn das Unternehmen dem klassischen deutschen Ansatz folge, nach dem man nach zwei Jahren profitabel sein müsse, "dann brauchen wir uns gar nicht mit dem Silicon Valley oder China anzulegen", hatte der Vorstandschef gesagt.

Zu den bekannten Rocket-Beteiligungen gehören etwa das Online-Möbelhaus Home24, der Reinigungskräfte-Vermittler Helpling und die Essenslieferdienste Foodpanda und Delivery Hero. Das letztgenannte Unternehmen plant selbst den Gang an die Börse.

Zuletzt hatte Rocket nach eigenen Angaben Barmittel in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit dem Börsengang im Oktober 2014 hatte Rocket rund 1,5 Milliarden Euro eingenommen. Im Februar besorgte sich die Gesellschaft zusätzlich 590 Millionen Euro durch die Ausgabe neuer Aktien.

Derzeit ist Rocket Internet an etwa 140 Firmen beteiligt, die Hälfte davon sind eigene Gründungen. Die Unternehmen sind in 110 Ländern tätig und haben zusammen gut 30.000 Mitarbeiter, davon 9300 in Indien und Südostasien, 7800 in Südamerika und 5300 in Westeuropa.

Vorstandschef Samwer bekräftigte das Unternehmensziel, die größte Internetplattform außerhalb der USA und Chinas zu werden. In diesen Märkten wolle man sich wegen des dort herrschenden großen Wettbewerbs nicht stark engagieren.

ade/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Internetblase 2.0 ...
markusma 23.06.2015
In spätestens 5 Jahren sind einige reicher, viele ärmer ... Internetblase eben ...
2. Wo ist das Geld?
heavenstown 23.06.2015
Zitat. Zuletzt hatte Rocket nach eigenen Angaben Barmittel in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit dem Börsengang im Oktober 2014 hatte Rocket rund 1,5 Milliarden Euro eingenommen. Im Februar besorgte sich die Gesellschaft zusätzlich 590 Millionen Euro durch die Ausgabe neuer Aktien. Zitat Ende Wird das Geld irgendwo gestapelt oder verbrannt oder landet es letztendlich nur auf irgendwelchem Konten?
3. Luftnummer oder Blase - das ist hier die Frage
soisses007 23.06.2015
Zitat von markusmaIn spätestens 5 Jahren sind einige reicher, viele ärmer ... Internetblase eben ...
Welche dieser Firmen machen Profit? Lauter unbekannte Namen. Der Börsengang diente wohl eher dazu weitere Luftnummern zu schaffen? Vergleichbare Firmen gab es auch 1999/2000, welche lange nicht mehr existieren. Alles sehr fragwürdig....
4. Dumm
polarapfel 23.06.2015
Schön dumm muss man sein, um denen Geld hinterherzuschmeissen. Das Geschäftsmodell: wir schmeissen eine Schüssel Spaghetti an die Wand und schauen, was kleben bleibt. Keine eigenen Ideen, nur Copycat Aktionen mit denen Märkte schnell besetzt werden, die das Original noch nicht angehen konnte. Wer dafür Geld investiert, ist einfach nur bescheuert.
5. Das scheint ein Schneeballsystem zu sein
WwdW 23.06.2015
Immer lukrativ für Diejenigen, die ganz früh dabei waren. Ein Verlustgeschäft für die, die spät aufspringen. Aber generell stimmt es schon. In anderen Ländern haben die Investoren einen längeren Atem als bei uns..
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