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Start-up-Konzern: Rocket Internet verkauft Lieferdienste in vier Ländern

Die Start-up-Schmiede Rocket Internet verkleinert sich: Vier Essenslieferdienste werden an einen britischen Konkurrenten verkauft. Die Börse freut sich.

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer: Essenslieferungen bleiben Fokus Zur Großansicht
DPA

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer: Essenslieferungen bleiben Fokus

Rocket Internet baut weiter um: Die Berliner Start-up-Fabrik verkauft fünf Essenslieferdienste in Südeuropa und Lateinamerika für 125 Millionen Euro an die britische Lieferplattform JustEat. Der Verkauf der Plattformen in Spanien, Italien, Mexiko und Brasilien verringere die Komplexität seines Unternehmens, sagte Rocket-Chef Oliver Samwer laut Mitteilung.

Zu Rocket gehören mehr als 30 Start-ups weltweit - darunter die Online-Möbelhändler Home24 und Westwing sowie der Wohnungsvermittler und Airbnb-Konkurrent Wimdu, die allesamt Verluste machen.

Eigentlich sind Essenslieferplattformen die heißeste Wette, die der Tech-Konzern derzeit am Laufen hat. Im vergangenen Jahr versuchte Samwer den Kochboxenversender HelloFresh zu einer Milliardenbewertung an die Börse zu bringen. Für eine Beteiligung an der Lieferplattform Delivery Hero, die in Deutschland Lieferheld und Pizza.de betreibt, zahlte Rocket knapp 500 Millionen Euro.

Laut Samwer bleiben die Liefer-App-Dienste weiter im Fokus von Rocket. Die Plattformen, die an den Konkurrenten JustEat gehen, seien aber keine Marktführer in ihren Ländern und würden deshalb verkauft. Teilweise waren es eigene Beteiligungen von Rocket, teilweise gehörten sie zu den Rocket-Beteiligungen Foodpanda.

Unterm Strich steht aber offenbar ein deutlicher Verlust für Rocket: Für die spanische Tochter "La Nevera Roja" soll Rocket vor fast exakt einem Jahr 80 Millionen Euro bezahlt haben. Das italienische Start-Up PizzaBo kostete angeblich 55 Millionen Euro.

Trotzdem reagierte die Aktie des zuletzt stark gebeutelten Start-up-Konzerns positiv auf den Verkauf und stieg am Morgen um mehr als acht Prozent auf etwas mehr als 21 Euro. Dies ist allerdings gerade die Hälfte des Ausgabepreises bei Rockets Börsengang im Oktober 2014.

ade

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