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Xstrata-Übernahme durch Glencore: Rohstoffbranche steht vor 36-Milliarden-Dollar-Deal

In der Rohstoffbranche steht die größte Fusion seit Jahren bevor: Der Verwaltungsrat des Bergbaukonzerns Xstrata empfiehlt seinen Aktionären, die Übernahmeofferte von Glencore anzunehmen. Der Rohstoffhandelskonzern bietet gut 36 Milliarden Dollar für den Zusammenschluss der beiden Schweizer Firmen.

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REUTERS

Glencore-Zentrale: Probleme bei der Xstrata-Übernahme

London/Frankfurt am Main - Am Ende ging es offenbar nicht nur ums Geld: Der Bergbaukonzern Xstrata hat seinen Aktionären die Annahme des nachgebesserten Angebots von Glencore empfohlen. Das Angebot des weltgrößten Rohstoffhändlers sei fair, teilte Xstrata Chart zeigen am Montag mit. Der Vertrag soll demnach bis Ende des Jahres unter Dach und Fach sein. Am Morgen war die Frist für die Offerte über gut 36 Milliarden US-Dollar abgelaufen.

Xstrata mit Sitz im schweizerischen Zug ist der weltgrößte Kohleexporteur und besitzt über den ganzen Globus Kupfer- und Zinkminen. Glencore, ebenfalls in der Schweiz angesiedelt, ist bereits der größte Rohstoffhändler der Welt. Durch den Zusammenschluss soll ein neuer Rohstoffgigant mit einem Börsenwert von rund 90 Milliarden Dollar entstehen, bei dem von der Förderung über die Verarbeitung, Lagerung und Transport bis hin zu Vermarktung und Verkauf alles in einer Hand ist. In der Bergbaubranche wäre der neue Konzern die Nummer vier hinter BHP Billiton Chart zeigen, Vale und Rio Tinto Chart zeigen.

Allerdings knüpften die unabhängigen Mitglieder im Xstrata-Verwaltungsrat ihre Zustimmung zu der nachgebesserten Offerte an eine Bedingung. Demnach sollen die Aktionäre einen Plan billigen, mit dessen Hilfe wichtige Xstrata-Manager im Unternehmen gehalten werden sollen. Zuletzt hatte Glencore aber Zugeständnisse bei Boni und den Machtverhältnissen im Management des neuen Großkonzerns gemacht. Die Verhandlungen über den Zusammenschluss hatten sich insgesamt über fünf Jahre hingezogen.

Bei Xstrata war der Eindruck entstanden, Glencore wolle viele Topmanager aus dem Unternehmen drängen. Wie es hieß, sollte etwa das Bonussystem zugunsten der Glencore-Leute gestaltet werden. Zudem reklamierte Glencore-Chef Ivan Glasenberg die Führungsposition des fusionierten Unternehmens für sich. Nachdem sich der Golfstaat Katar, der Xstratas zweitgrößter Anteilseigner ist, gegen die Offerte ausgesprochen hatte, erhöhteGlencore das Angebot vor ein paar Wochen noch einmal.

Die Fusion des Bergbaukonzerns Xstrata mit dem in der Schweiz ansässigen Rohstoffhändler Glencore wäre der größte Zusammenschluss in der Branche seit 2007. Damals waren Rio Tinto und Alcan verschmolzen, die Fusion hatte einen Wert von 38 Milliarden Dollar.

Glencore und Xstrata versprechen sich von der Fusion milliardenschwere Einsparungen sowie geschäftliche Vorteile, um die massive Rohstoffnachfrage aus China und anderen Schwellenländern bedienen zu können.

fdi/Reuters/dpa-AFX

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