Rohstoffe: China hebt Export-Grenze für Hightech-Metalle an

Die chinesische Regierung überdenkt offenbar ihre Ausfuhrpolitk: Peking verdoppelt den Grenzwert für Exporte von Seltenen Erden. Ohne den Rohstoff würden keine Flachbildschirme oder Mobiltelefone funktionieren. Die WTO hatte die Ausfuhrbeschränkungen zuvor kritisiert.

Produktion von Lanthanum: Seltene Erden werden für viele Hightech-Produkte benötigt Zur Großansicht
REUTERS

Produktion von Lanthanum: Seltene Erden werden für viele Hightech-Produkte benötigt

Peking - Im Streit um die Ausfuhr Seltener Erden lenkt China ein - zumindest ein bisschen: Peking hat die Obergrenzen für den Ausfuhr der Rohstoffe angehoben, gab das Handelsministerium bekannt. Im zweiten Halbjahr dürfen knapp 16.000 Tonnen der Seltenen Erden exportiert werden. Das sind 97 Prozent mehr als in der zweiten Jahreshälfte 2010. Unklar blieb dabei, ob die höheren Quoten auch für Gemische gelten, die mindestens zehn Prozent Seltene Erden enthalten. Für diese hatte China erst im Mai ebenfalls Export-Obergrenzen festgelegt.

Zu den sogenannten Seltenen Erden gehören 17 Mineralien, ohne die keine Flachbildschirme, Mobiltelefone, Batterien für Elektroautos oder Windturbinen funktionieren würden. China verfügt über 30 Prozent der weltweiten Vorkommen und produziert etwa 97 Prozent der seltenen Rohstoffe. Die Volksrepublik hatte die Ausfuhr Seltener Erden zuletzt aber eingeschränkt und mehrere Minen unter staatliche Kontrolle gebracht. Die Preise für die begehrten Rohstoffe waren im vergangenen Jahr deshalb um 130 Prozent gestiegen. Westliche Industrieländer wie Deutschland, die USA und Japan warfen China wiederholt vor, das Angebot künstlich zu verknappen.

EU-Handelskommissar Karel De Gucht sagte nach einem Treffen mit dem chinesischen Handelsminister Cheng Deming in Peking, die chinesischen Vertreter hätten angedeutet, sich an eine Entscheidung der Welthandelsorganisation (WTO) halten zu wollen.

Diese hatte am 5. Juli erklärt, dass China durch die Ausfuhrbeschränkungen ihre heimische Industrie bevorteile, darunter die Stahl-, Aluminium- und Chemieindustrie."Sie haben eingesehen, dass sie ihre Politik ändern müssen", sagte De Gucht. Die Chinesen hatten den Export der Rohstoffe unter anderem mit dem Verweis auf Umweltschäden gedrosselt. De Gucht räumte ein, dass es eine umweltpolitische Dimension gäbe. "Doch wenn dieses die Produktion betrifft, dann sollte das nicht nur die Exporte treffen", sagte De Gucht. Auch der interne Verbrauch müsse davon betroffen sein.

kra/AFP/dpa/dapd/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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1. schlaue Chinesen..
Sedna 14.07.2011
Die Chinesen sind zu intelligent für die westliche Wirtschaft.
2.
Satiro 14.07.2011
Kann wohl nicht sein, dass die Chinesen nun wegen seines Thorium- Gehaltes schon so viel Monazite abbauen, dass sie gar nicht mehr wissen, wohin mit all den Seltenen Erden? http://en.wikipedia.org/wiki/Monazite Im Ernst: Die USA und auch Indien sollten aufpassen, damit sie auf dem Gebiet der Thorium- Forschung und -nutzung nicht hoffungslos von China abgehängt werden.
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Begehrte Metalle: Seltene Erden
Vier Risiken für Chinas Wirtschaft

Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1341,335 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

Regierungschef: Li Keqiang

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