Rohstoff-Gewinnung Deutsche Industrie will Metallerze in der Tiefsee abbauen

Bis zu 30 deutsche Firmen wollen nach SPIEGEL-Informationen einen Bergbauverein für die Tiefsee gründen. Dort sollen Metallerze abgebaut werden - es geht um Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe.

Manganknollen: Metallschatz in der Tiefsee
DPA

Manganknollen: Metallschatz in der Tiefsee


Die deutsche Industrie bereitet sich auf den Abbau von Metallerzen in der Tiefsee vor. Nach SPIEGEL-Informationen wollen 20 bis 30 deutsche Unternehmen am Mittwoch einen Tiefseebergbauverein gründen. Das Ziel ist die Förderung "mariner mineralischer Rohstoffe", berichtet Michael Jarowinsky. Er ist Koordinator des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) initiierten Nationalen Masterplans Maritime Technologien.

An der Initiative wirken Technologiefirmen wie etwa Aker Solutions und Bauer Maschinenbau mit. Weitere Firmen mit maritimer Expertise wie ThyssenKrupp Marine Systems und die Gutachter von DNV GL und Lloyd's Register hätten auch Interesse, sagt Jarowinsky.

Die Deutschen wollen außerdem bei einem EU-Projekt mitmischen. Voraussichtlich Ende April wird in Brüssel über verschiedene Pilotprojekte einer europäischen Rohstoffinitiative entschieden. Eines der Vorhaben soll in portugiesischen Gewässern rund um die Azoren eingerichtet werden. 45 Unternehmen und Forschungsinstitute - ein Drittel davon aus Deutschland - hoffen, dort marine Metalle zu finden und abzubauen. Jarowinsky rechnet mit Investitionen "in dreistelliger Millionenhöhe", wenn das Projekt zustande kommt. "Das wäre das erste Mal, dass wir in Europa ein Pilotprojekt im Tiefseebergbau auf die Schiene setzen würden", sagt er.

Marine Massivsulfide, Manganknollen und Kobaltkrusten enthalten eine Vielzahl von Metallen wie Kupfer, Eisen, Zink, Blei, Gold, Silber oder Kobalt; in geringen Mengen finden sich darin auch Molybdän, Wismut, Antimon, Tellur oder Indium. Diese Stoffe werden gebraucht für den Bau von Computern, Handys, Fernsehern oder Windkraftanlagen.

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insgesamt 28 Beiträge
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spon-facebook-10000065494 06.04.2014
1. Folgen für die Umwelt?
Schön, seltene Erden und so weiter. Wie wird denn dort abgebaut und wie sieht es dann nachher aus?
höngg 06.04.2014
2. optional
Was hat es eigentlich mit diesem riesigen Meeregebiet auf dich, das die BRD gepachtet hat? Weiß da jemand Näheres?
Dirk Ahlbrecht 06.04.2014
3.
Zitat von spon-facebook-10000065494Schön, seltene Erden und so weiter. Wie wird denn dort abgebaut und wie sieht es dann nachher aus?
Das habe ich mich auch gefragt, spon-Facebook. Der sonntägliche Ausflug in die Tiefsee, zur Erbauung von Frau und Kind, ist da schnell ruiniert, wenn man dort ankommt - und sich eine Kraterlandschaft vor einem offenbart.
Dirk Ahlbrecht 06.04.2014
4. ...
Zitat von hönggWas hat es eigentlich mit diesem riesigen Meeregebiet auf dich, das die BRD gepachtet hat? Weiß da jemand Näheres?
Groben Schätzungen nach werden beispielsweise Staaten wie der Sudan, höngg, so in 300 bis 400 Jahren in der Lage sein diese Vorräte auszubeuten. Empfehlen Sie uns solange damit zu warten?
g0r3 06.04.2014
5. Es gibt immer noch einen Lebensraum...
... den man nicht vollständig ausgebeutet und ruiniert hat.
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