Rohstoffpreise China kappt Produktion von Hightech-Metallen

Im Kampf um die begehrten Seltenen Erden verschärft China die Gangart. Weil die Rohstoffe zuletzt billiger geworden waren, soll die größte Produktionsfirma des Landes nun die Förderung aussetzen - damit die Preise wieder anziehen.

Seltene Erden: China verfügt über die mit Abstand größte Fördermenge
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Seltene Erden: China verfügt über die mit Abstand größte Fördermenge


Peking - Der Kampf um die sogenannten Seltenen Erden spitzt sich zu. In China hat der größte Produzent der begehrten Rohstoffe die Förderung ausgesetzt - einen Monat lang soll der Stopp währen. Damit will die Volksrepublik den zuletzt gesunkenen Preis für die exotischen Mineralien wieder nach oben treiben. Die künstliche Verknappung dürfte erneut zu Spannungen zwischen China auf der einen sowie den USA und Europa auf der anderen Seite führen.

Ob Flachbildschirme, Handys, Energiesparlampen oder Küchenherde: Die Seltenen Erden werden immer stärker für die Herstellung von Alltagsprodukten gebraucht - und sind auf dem Weltmarkt entsprechend begehrt. Insgesamt geht es um 17 Mineralien, die in Europa und den USA kaum gefördert werden.

China ist mit 97 Prozent der weltweit geförderten Menge der mit Abstand größte Produzent Seltener Erden - aber auch zunehmend einer der größten Verbraucher. Deshalb hat das Land den Export der Mineralien schon vor längerer Zeit beschränkt.

Mitteilung an die Börse

Damit sorgt China auch dafür, dass das Angebot auf dem Weltmarkt knapp ist und die Preise hoch bleiben. Immer wieder hatte es deshalb Streit um künstliche Handelsbeschränkungen gegeben. Nach Beschwerden aus den USA und Europa hatte das Land im Juli auf Druck der Welthandelsorganisation (WTO) reagiert und seine Ausfuhrpolitik gelockert.

Nun greift China offenbar zu anderen Mitteln. Das Unternehmen Inner Mongolia Baotou Steel Rare-Earth Group soll einen Monat lang keine Seltenen Erden produzieren. In einer Mitteilung an die Börse in Shanghai teilte Baotou Steel mit, man wolle Produktion und Nachfrage wieder in Einklang bringen, nachdem der Preis für Seltene Erden wegen Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den USA und in Europa stark gesunken war.

stk/dpad



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insgesamt 70 Beiträge
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Bundeskanzler20XX 20.10.2011
1. .
Tja, und nun, wie wäre es wenn man einfach einmal gegensteuert und die Massenproduktion wieder zurück in den Westen holt? Bei den Amerikanern kann ich mir gut vorstellen das sie auch Quellen für seltene Erden in den eigenen Landesgrenzen besitzen, diese aber für notfälle schonen.
fatherted98 20.10.2011
2. Macht...
...das die OPEC mit dem Öl nicht auch so?
rol.o 20.10.2011
3. China
Zitat von sysopIm Kampf um die begehrten Seltenen Erden verschärft China die Gangart. Weil die Rohstoffe zuletzt*billiger geworden*waren, soll das größte Produktionsunternehmen des Landes nun die Förderung aussetzen - damit die Preise wieder anziehen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792935,00.html
von diesem Land kann man nichts anderes erwarten , im Gegenteil es wird noch schlimmer werden , die streben die Weltherrschaft an und der Westen handelt instiktlos und dumm .
Crom 20.10.2011
4. ...
Die Seltenen Erden sind immer noch spottbillig, sonst würde man sie ja außerhalb Chinas fördern, da dort auch Vorkommen existieren, deren Ausbeutung schlicht zu teuer ist.
martman11 20.10.2011
5. Grins...
Bald ist schluss mit dem Kommunistenterror dann können wir die seltenen Erden künstlich Herstellen und China kann das Zeug behalten... http://www.goldinvest.de/index.php/seltene-erden-japan-hat-eine-erste-antwort-19369 Bis das geschieht wollen die Kommunisten einfach nochmal ganz unkommunistisch ordentlich kapitalistischen Reibach machen
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