Nach Shitstorm Roland Tichy legt Herausgeberschaft bei Xing News nieder

Der umstrittene Publizist Roland Tichy reagiert auf einen Shitstorm im Netz - und legt seinen Herausgeber-Posten bei Xing News nieder. Entzündet hatte sich die Debatte an einem Gastbeitrag.

Roland Tichy
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Roland Tichy


Der langjährige Chefredakteur der "Wirtschaftswoche", Roland Tichy, gibt seinen Posten als Herausgeber von Xing News ab.

Das größte deutsche Business-Netzwerk war zuletzt in den sozialen Medien wegen seines News-Herausgebers unter Druck geraten. Tichy hatte in seinem Blog einen Gastbeitrag des Autors Jürgen Fritz veröffentlicht, der "grün-linke Gutmenschen" als "geistig-psychisch krank" bezeichnete. Inzwischen nennt Tichy die Veröffentlichung einen Fehler und hat den Text gelöscht.

Zahlreiche Nutzer hatten am Wochenende auf Twitter und Facebook angekündigt, ihre Xing-Profile wegen Tichy zu löschen. Losgetreten hatte die Welle Mathias Richel, Kreativdirektor der Kommunikationsagentur TLGG. Richel begründete seinen Schritt damit, dass Tichy in seinem Blog "neurechte Beiträge" publiziere, "in denen Andersdenkende pathologisiert werden".

Tichy sieht seinen Abgang als Reaktion auf eine "Kampagne". Er schreibt in einer Mitteilung: "Er (der Text) hätte nicht erscheinen dürfen, deshalb habe ich ihn vom Blog entfernt und mich für den Fehler entschuldigt. Das hat aber nicht zur Ruhe geführt. Stattdessen erhielt ich Morddrohungen."

Tichys Blog steht seit langem in der Kritik, weil dort regelmäßig rechtskonservative Autoren zu Wort kommen. Besonders haben sich Tichy und seine Gastschreiber auf den Kampf gegen die sogenannte Political Correctness eingeschworen. Politisch Andersdenkende werden dabei teilweise heftig attackiert.

msc/stk



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