Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Großbritannien: Rolls-Royce erhält Milliardenauftrag für Atom-U-Boote

Das britische Verteidigungsministerium hat einen Rüstungsauftrag in Milliardenhöhe an den Konzern Rolls-Royce vergeben. Das Unternehmen soll Reaktorkerne für die britische Flotte von nuklear angetriebenen U-Booten liefern. Das sorgt für Krach im britischen Parlament.

Milliardenauftrag für Rolls-Royce: Nukleare Aufrüstung Fotos
AFP

London - Der Technologiekonzern Rolls-Royce hat einen Milliarden-Auftrag zum Bau der nächsten Generation britischer Atom-U-Boote an Land gezogen. Der Vertrag mit dem britischen Verteidigungsministerium über ein Volumen von mehr als einer Milliarde Pfund (rund 1,2 Milliarden Euro) wurde am Montag offiziell bekannt.

Demnach sieht der Deal eine Modernisierung der Rolls-Royce-Fabrik im mittelenglischen Derby vor. Der Standort soll in den kommenden elf Jahren für 500 Millionen Pfund erneuert und so dessen Lebensdauer um 40 Jahre verlängert werden. Die übrigen rund 600 Millionen sollen in die Produktion von Reaktorherzen für die Antriebe der neuen Klasse von U-Booten fließen. Diese können im Rahmen des sogenannten Trident-Programms auch mit Atomraketen bestückt werden. Nach Regierungsangaben können dadurch 300 Jobs für Hochqualifizierte gesichert werden.

Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, sollen in Derby zwei Reaktoren gebaut werden - auch zur Versorgung der Astute-Klasse, die Jagd-U-Boote der britischen Marine. Die Meinungen zu dem neuen Deal gehen im britischen Parlament weit auseinander, heißt es in dem Bericht.

Die konservativ-liberale Regierung hatte zuletzt drastische Kürzungen im Rüstungssektor vorgenommen. Sie hatte die endgültige Entscheidung über die Erneuerung der U-Boot-Flotte, die in etwa 15 Jahren außer Dienst gesetzt werden soll, eigentlich bis nach der nächsten Parlamentswahl 2016 verschoben. Die Auftragsvergabe wird als Zeichen gedeutet, dass die Tories nun mit den Plänen dafür vorpreschen. Die Liberalen bevorzugen eine günstigere Alternative.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Artikels war in der Fotostrecke auch vom Autobauer Rolls-Royce die Rede. Das ist falsch. Tatsächlich handelt es sich um den Technologiekonzern. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

bos/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. ???
lhr 18.06.2012
Zitat von sysopAFPDas britische Verteidigungsministerium hat einen Rüstungsauftrag in Milliardenhöhe an den Konzern Rolls-Royce vergeben. Das Unternehmen soll Reaktorkerne für die britische Flotte von nuklear angetriebenen U-Booten liefern. Das sorgt für Krach im britischen Parlament. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,839606,00.html
Warum werden in der Fotostrecke Rolls-Royce Autos gezeigt? Rolls-Royce Motor Cars hat nichts mehr zu tun mit der Rolls-Royce Group.
2. So so...
langnase73 18.06.2012
An den Automobilhersteller Rolls-Royce ging der Auftrag... Gnadenlos schlecht recherchiert. Der Auftrag ging wohl eher an den Triebwerkshersteller Rolls-Royce mit seiner Sparte für Nuklear- und Energietechnik. Die haben bereits seit 1973 nichts mehr miteinander zu tun. Rolls-Royce Motorcars gehört übrigens zum BMW Konzern.
3. .
xees-s 18.06.2012
Zitat von langnase73An den Automobilhersteller Rolls-Royce ging der Auftrag... Gnadenlos schlecht recherchiert. Der Auftrag ging wohl eher an den Triebwerkshersteller Rolls-Royce mit seiner Sparte für Nuklear- und Energietechnik. Die haben bereits seit 1973 nichts mehr miteinander zu tun. Rolls-Royce Motorcars gehört übrigens zum BMW Konzern.
Der Triebswerksbauer RR gehört auchzu 50% zu BMW, dies war der einstieg damals um den Autobauer kaufen zu können. So gesehen ist BMW 60 Jahre nach Kriegsende doch wieder Rüstungskonzern geworden. Geld stink halt doch.
4. Schlecht recherchiert !
martin1469 18.06.2012
Rolls-Royce motor-cars ist eine Tochtergesellschaft vom BMW und hat mit dem Auftrag nichts zu tun. Der Autor hat offensichtlich keine Ahnung von dem Thema. Eigentlich hatte ich vom Spiegel Besseres erwartet !
5. Boykott!
badbeardxb 19.06.2012
Nach Lesen dieses brillianten Artikels habe ich mich entschieden, keine Rolls-Royce Autos zu kaufen. Zumindest keine atomgetriebenen. Frage mich auch ob die Emily-Kuehlerfigur die U-Boote nicht unnoetig abbremst?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Aktuelles zu


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: