Sorge um Rosneft-Deal Chinesischer Ölunternehmer offenbar festgenommen

Der chinesische Energiekonzern CEFC will 14 Prozent an der russischen Ölfirma Rosneft übernehmen. Doch das Geschäft könnte platzen: Behörden sollen Unternehmenschef Ye Jianming festgenommen haben.

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Der chinesische Ölunternehmer Ye Jianming ist Medienberichten zufolge festgenommen worden. Er hatte zuletzt für neun Milliarden US-Dollar einen Anteil am russischen Ölkonzern Rosneft erworben. Nun gibt es Befürchtungen, der Deal könnte platzen.

Jianming sei auf direkte Anweisung von Staats- und Parteichef Xi Jinping am 16. Februar wegen laufender Ermittlungen zum Verhör festgesetzt worden, berichtete die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post". Die US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg zitierte eine Quelle, gegen den 40-Jährigen werde wegen "wirtschaftlicher Probleme" ermittelt.

Die China Energy Company hatte im September angekündigt, 14 Prozent an Rosneft von der Glencore Gruppe zu übernehmen.

Kurse von CEFC-Unternehmen sacken ab

Das chinesische Wirtschaftsmagazin "Caixin" berichtete, der Deal sei gefährdet, falls CEFC nicht bis Ende Februar das Geld zusammenbekommen haben sollte. Die Nachricht von der Festnahme ließ die Kurse von gelisteten CEFC-Unternehmen an den Börsen in Hongkong, Singapur sowie Shenzhen und Shanghai absacken.

Jianming hatte das Unternehmen 2002 gegründet und galt als einer der erfolgreichsten privaten Geschäftsleute Chinas. Sein Aufstieg war vielen Beobachtern aber rätselhaft. Seit 2015 kaufte CEFC Unternehmen und Beteiligungen im Energiesektor im Nahen Osten, Afrika und Europa.

Der Umsatz seines Imperiums war 2015 mit 263 Milliarden Yuan angegeben worden. Die staatliche China Development Bank, die vor allem Projekte im nationalen Interesse finanzieren sollte, ist CEFC zufolge einer der größten Geldgeber.

brt/dpa



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