Bei Chef-Kür unterlegen Yahoo-Manager Levinsohn wirft hin

Ross Levinsohn galt zunächst als Favorit für den Chefposten bei Yahoo, doch dann wurde eine Kollegin berufen. Nun hat der Yahoo-Übergangsschef die Konsequenzen gezogen und verlässt die Internetfirma.

Ross Levinsohn: "Meine Zeit bei Yahoo ist zu Ende"
dapd

Ross Levinsohn: "Meine Zeit bei Yahoo ist zu Ende"


Los Angeles - "Meine Zeit bei Yahoo ist zu Ende." Mit diesen Worten hat Ross Levinsohn in einer E-Mail an Freunde und Kollegen seinen Abgang bei dem Internetkonzern verkündet. Der Manager führte das Unternehmen seit Mai kommissarisch und galt auch als Favorit für die dauerhafte Besetzung des Spitzenpostens. Doch dann ernannte der angeschlagene Konzern die langjährige Google-Managerin Marissa Mayer zur neuen Vorstandsvorsitzenden.

Es ist bereits der fünfte Chefwechsel bei Yahoo innerhalb von fünf Jahren. Der 48-Jährige Levinsohn war im Mai als Übergangsboss eingesprungen, nachdem Scott Thompson wegen falscher Angaben im Lebenslauf abtreten musste. Levinsohn legte in seinen zwei Monaten an der Spitze nicht nur einen Patentstreit mit Facebook bei, den sein Vorgänger vom Zaun gebrochen hatte. Er besiegelte auch den Verkauf von Anteilen an der chinesischen Internetplattform Alibaba, wodurch Yahoo 7,1 Milliarden Dollar zuflossen.

Analysten hatten gehofft, Mayer könne Levinsohn halten. Er galt als einer der wichtigsten Führungsfiguren im Konzern und war für das Mediengeschäft zuständig. Levinsohn war vor zwei Jahren zu Yahoo gekommen. Er wurde von vielen Beobachtern als künftige rechte Hand von Mayer gehandelt. Die Managerin bekommt im Oktober ein Kind, hat aber angekündigt, sie wolle nur für kurze Zeit aussetzen.

Yahoo Chart zeigen hat im wichtigen Werbegeschäft stark gegenüber Google Chart zeigen und Facebook Chart zeigen verloren. Nun wurde ein Sparprogramm aufgelegt. Von 14.000 Jobs sollen 2000 wegfallen.

"Dieses Unternehmen zu führen, gehört zu den besten Erfahrungen in meiner Karriere", schrieb Levinsohn in seiner Abschiedsmail. "Aber es ist an der Zeit für mich, eine neue Herausforderung zu suchen." Levinsohn bekommt zu seinem Abschied neben Yahoo-Aktien unter anderem ein volles Jahresgehalt samt Barbonus. Sein Grundgehalt lag im vergangenen Jahr bei 700.000 Dollar. Insgesamt bekam er 2011 ein Gehaltspaket im Volumen von zwölf Millionen Dollar.

mmq/dpa



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Seite 1
wb99 31.07.2012
1.
Diese Gierschlünde teilen sich Geld zu, als ob es sich um einen florierenden Spitzenkonzern handeln würde. Man fragt sich, wieso er sich nicht gleich 12 Milliarden nimmt.
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