Wirtschaft


Britische Großbank: Investmentbanker sollen hohe Boni bekommen

Die Royal Bank of Scotland steht wegen ihrer Rolle im Zinsskandal stark unter Druck. Nun sollen ausgerechnet die Investmentbanker des Instituts abkassieren. Laut "Financial Times" will die staatliche Bank ihnen bis zu 250 Millionen Pfund an Boni zahlen.

Royal Bank of Scotland in London: USA fordern Schuldeingeständnis im Libor-SkandalZur Großansicht
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Royal Bank of Scotland in London: USA fordern Schuldeingeständnis im Libor-Skandal

London - Die staatlich kontrollierte Royal Bank of Scotland (RBS) will Investmentbankern offenbar Boni in Höhe von insgesamt bis zu 250 Millionen Pfund zahlen. Das berichtet die britische Zeitung "Financial Times" unter Berufung auf Vertraute des Finanzministers George Osborne. Das Brisante daran: Die Sondervergütungen sollen ausgerechnet an Mitarbeiter jenes Geschäftsbereichs gehen, der stark in den Libor-Skandal verwickelt war.

Der Staat hatte die RBS in der Finanzkrise vor dem Zusammenbruch bewahrt. Insgesamt erhielt die Bank Rettungshilfen in Höhe von 45,5 Milliarden Pfund. Mittlerweile ist das Geldhaus zu 82 Prozent in staatlichem Besitz. Zugespitzt formuliert muss nun also der Steuerzahler die Boni in Höhe von bis zu einer Viertelmilliarde Pfund zahlen. Allein der Chef des Investmentbankings, John Hourican, soll laut "Guardian" Aktienboni in Höhe von vier Millionen Pfund bekommen.

Für Unruhe in der britischen Öffentlichkeit dürfte zudem die Millionenstrafe sorgen, die die Bank für ihre Rolle im Libor-Skandal zahlen muss. Voraussichtlich werden hier noch einmal rund 500 Millionen Pfund fällig.

Die London Interbank Offered Rate (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Der Zins dient als Maßstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe. Mitarbeiter der RBS sollen sich mit Händlern anderer Banken zusammengetan haben, um die Zinssätze zu manipulieren.

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" wollen sich die US-Behörden nicht mit einer Geldstrafe zufrieden geben. Die Bank soll sich im Rahmen einer Übereinkunft zudem schuldig erklären, kriminell gehandelt zu haben. Das lehnt die RBS bisher strikt ab. Ihre Befürchtung: Ein Schuldeingeständnis werde Kunden vergraulen und weitere Kosten hervorrufen.


cte/Reuters

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