Rückschlag für Ethik-Geldhaus Tochter der Noa Bank meldet Insolvenz an

Die alternative Noa Bank rutscht immer tiefer in die Krise: Nun hat ihre Unternehmenstochter Noa Factoring nach Informationen von SPIEGEL ONLINE Insolvenz angemeldet. Die Firma ist der mit Abstand größte Kreditnehmer des Instituts.

Von , Frankfurt am Main

Noa-Bank-Gründer Jozic: Auf der Suche nach neuen Geldgebern
Boris Breuer

Noa-Bank-Gründer Jozic: Auf der Suche nach neuen Geldgebern


Es wird eng für François Jozic, den Gründer der alternativen Noa Bank. Die Unternehmenstochter Noa Factoring, die Kunden offene Forderungen abkauft, hat beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag eingereicht. Das bestätigte Alexander Glomb, Sprecher des Gerichts, SPIEGEL ONLINE. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter sei bereits bestellt.

Die Factoring-Firma kauft Firmen offene Forderungen ab und versucht, diese bei den Schuldnern einzutreiben. Bislang ist unklar, welche Auswirkungen die Insolvenz auf die Noa Bank haben wird. Eine Sprecherin des Instituts wollte sich zunächst nicht zu dem Vorgang äußern.

Fakt ist jedoch: Die Noa Bank hat das Geschäft ihrer Tochter mit rund 26 Millionen Euro finanziert. Damit ist die Noa Factoring der größte Geldempfänger des Instituts, das insgesamt zuletzt nur rund 60 Millionen Euro an Krediten vergeben hatte.

Die Noa Bank, die vor allem mittelständische Unternehmen, Kultur-, Umwelt- und Gesundheitsprojekte finanzieren wollte, kämpft seit einiger Zeit ums Überleben. Die Finanzaufsicht BaFin hatte dem Geldhaus kürzlich bis auf weiteres verboten, neue Spareinlagen einzusammeln oder weitere Kredite zu vergeben. Die Eigenkapitaldecke der Bank erschien den Bonner Wächtern zu dünn.

Seitdem ist Bankgründer Jozic auf der Suche nach neuen Geldgebern. Seinen Angaben zufolge forderte die BaFin 10 bis 15 Millionen Euro zusätzlichen Puffer. Gegenüber SPIEGEL ONLINE gab sich Jozic vor kurzem trotz dieser hohen Summe optimistisch, genug Mittel für die Rettung seiner Bank auftreiben zu können. Verhandlungen mit potentiellen Geldgebern seien "weit fortgeschritten", erklärte er.

Nach Informationen des "Handelsblatts" und der "Süddeutschen Zeitung" ist Jozic mit mehreren Geldgebern im Gespräch. Sollten sich die Parteien einigen, könnten Jozic und sein Geschäftspartner Frederic Lodesyk aber die Mehrheit an der Noa Bank verlieren, meldeten die Zeitungen unter Berufung auf Bankenkreise.

Das neue Konzept müsste zudem noch von der Bankenaufsicht BaFin geprüft und abgesegnet werden. Die Behörde wollte sich auf die Frage, welche Auswirkungen die Pleite der Factoring-Tochter auf diese Prüfung hätte, auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht äußern.

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