Rückzug Vattenfall trennt sich von Polen-Geschäft

Die Schweden ziehen sich aus Polen zurück: Der Energiekonzern Vattenfall trennt sich für 1,8 Milliarden Euro von seinen beiden polnischen Tochterunternehmen. Der schwedische Staatskonzern will sich auf das Geschäft in seinen Kernmärkten konzentrieren.

Vattenfall-Logo: Der Energiekonzern hält sich an sein Sparprogramm
DPA

Vattenfall-Logo: Der Energiekonzern hält sich an sein Sparprogramm


Berlin - Der schwedische Energiekonzern Vattenfall zieht sich komplett aus dem polnischen Energiemarkt zurück: Die Strom- und Wärmeerzeugung sowie der Vertrieb würden für rund 1,8 Milliarden Euro an zwei polnische Gesellschaften verkauft, teilte Vattenfall Europe Chart zeigen am Dienstag mit.

Vattenfall Heat Poland (VHP) geht für rund 720 Millionen Euro an das polnische Gasunternehmen PGNiG. Die Vattenfall-Tochter GZE, ein großer Stromanbieter und Netzbetreiber in der Industrieregion Oberschlesien, wird für 1,1 Milliarden Euro an den Versorger Tauron verkauft. Zu dem Deal gehören auch mehrere Kraftwerke.

"Wir haben unsere Aktivitäten in Polen in den vergangenen Jahren erfolgreich entwickelt", erklärte Vattenfall-CEO Øystein Løseth. "Ich freue mich, dass wir nun starke neue Eigentümer gefunden haben, die bei der weiteren Entfaltung des polnischen Energiemarktes auf ein solides Fundament bauen können."

Vattenfall hat sich im vergangenen Jahr ein Sparprogramm mit weniger Investitionen, Personalabbau, dem Verkauf von Kohlekraftwerken und dem möglichen Ausstieg aus einigen europäischen Ländern verordnet. Deutschland zählt das Unternehmen aber weiter zu den Kernmärkten - ebenso wie Schweden und die Niederlande.

Wenn die Kartellwächter dem Deal zustimmen, kann der Verkauf laut Einschätzung von Vattenfall bis Ende des Jahres abgewickelt sein. Die Schweden wollen mit den Einnahmen ihr Ökostromgeschäft ausbauen. In Deutschland muss der Staatskonzern nach der Atomwende auf den Betrieb der Meiler in Brunsbüttel und Krümmel verzichten.

dis/dpa/Reuters

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