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20. Januar 2012, 17:40 Uhr

Rüstungsfusion

EADS und Rheinmetall verschmelzen Drohnengeschäft

Die Rüstungskonzerne EADS und Rheinmetall legen ihr Geschäft mit Drohnen zusammen. Die Firmen gründen dafür ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem die EADS-Rüstungssparte Cassidian die Mehrheit halten wird. Damit sollen Arbeitsplätze gesichert werden.

München/Düsseldorf - Rheinmetall lagert sein Geschäft mit unbemannten Flugsystemen - sogenannten Drohnen - in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der EADS-Rüstungssparte Cassidian aus. Das teilten EADS und Rheinmetall am Freitag mit. An dem Joint-Venture werde Cassidian 51 Prozent halten, Rheinmetall wolle mit seiner Minderheitsbeteiligung langfristig engagiert bleiben.

"Als Europas führender Anbieter von unbemannten Flugsystemen ist dies ein sinnvoller Schritt zur Erweiterung unserer gegenwärtigen Programme", sagte Cassidian-Chef Stefan Zoller der Mitteilung zufolge. Laut Rheinmetall-Vorstandschef Klaus Eberhardt ist das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit bei den Flugsystemen zu stärken. Die Sparte komme auf rund 70 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Die Transaktion soll Mitte des Jahres abgeschlossen sein.

160 Arbeitsplätze gesichert

Am Rheinmetall-Standort Bremen soll die Zusammenarbeit Arbeitsplätze sichern. Die 160 Mitarbeiter der neuen Gemeinschaftsfirma werden die Aufklärungsdrohne KZO und die Langstreckendrohne Heron herstellen. Dazu kommt das Frachtladesystem der Airbus-Flugzeuge A380 und A400M.

Aus der Politik kam Lob für die Entscheidung. "Deutschland darf im Zukunftsmarkt des unbemannten Fliegens nicht den Anschluss an die Weltspitze verlieren. Die heute bekanntgegebene Entscheidung ist ein wichtiger industrieller Schritt in die richtige Richtung", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert.

EADS ringt derzeit mit der Bundesregierung um einen Auftrag für seine Talarion-Drohne, die noch in der Entwicklungsphase ist. Die Bundeswehr verlangt rasch nach einem solchen Fluggerät, die EADS-Technik wird aber voraussichtlich nicht vor 2018 einsatzbereit sein. Daher will die Bundesregierung erst im Laufe des Jahres über eine Anschaffung der Drohne entscheiden.

nck/dpa/Reuters

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