Dieselbetrug Volkswagen trennt sich von Audi-Chef Stadler

Der Konzern spricht von einer "einvernehmlichen Lösung": Der Volkswagen-Konzern trennt sich von Audi-Chef Rupert Stadler.

Rupert Stadler
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Rupert Stadler


Rupert Stadler scheidet mit sofortiger Wirkung aus den Vorständen von Volkswagen und Audi aus. Die Trennung erfolge einvernehmlich, die entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden. Das Angebot habe schon länger vorgelegen, allerdings habe der Aufsichtsrat dieses ausführlich rechtlich prüfen lassen.

Stadler war im Juni wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr im Zusammenhang mit dem Abgasskandal verhaftet worden. Wegen seiner andauernden Untersuchungshaft sei er nicht in der Lage, seine Aufgaben als Vorstandsmitglied zu erfüllen, teilte der Konzern mit. Er solle sich stattdessen auf seine Verteidigung konzentrieren. Die vertragliche Abwicklung sei an den Verlauf und den Ausgang des Strafverfahrens geknüpft.

Mit der Vereinbarung seien theoretische Zahlungsansprüche Stadlers in zweistelliger Millionenhöhe ausgeschlossen worden, hieß es in den Kreisen weiter. Er bekomme als Sofortzahlung deutlich weniger als eine Million Euro.

Das Kontrollgremium hatte bereits am Freitag über die Personalie beraten, war nach Angaben aus Unternehmenskreisen aber nicht zu einem einhelligen Votum gekommen.

Stadler sitzt seit Juli in Untersuchungshaft, weil ihm die Staatsanwaltschaft München Behinderung der Dieselermittlungen vorwirft. Der Audi-Chef soll versucht haben, Zeugen zu beeinflussen, was Stadler bestreitet. An seiner Rückkehr auf den Chefposten bei der VW-Tochter und in den Konzernvorstand wird in der Branche auch nach einer möglichen Haftentlassung nicht gerechnet.

Audi wird zurzeit kommissarisch von Vertriebschef Abraham Schot geführt.

pad/cop/dpa/AFP/Reuters

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