Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Russland: Der Rohstoff-Weltmacht geht das Benzin aus

Bislang haben russische Ölfirmen ihren Kraftstoff gerne teuer ins Ausland verkauft, doch damit ist jetzt erst einmal Schluss. Der Kreml will im Mai keinen Sprit exportieren - weil er an heimischen Tankstellen knapp wird.

Moskau - Russische Mineralölkonzerne dürfen im Mai keinen Kraftstoff ins Ausland exportieren. "Wir haben mit den Ölfirmen vereinbart, dass sie ihre Lieferungen komplett dem Binnenmarkt zur Verfügung stellen", sagte Vize-Energieminister Sergej Kudrjaschow am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Das Exportverbot gelte für die staatlich kontrollierten Ölkonzerne Rosneft und Gazprom Neft.

Seit dem Wochenende droht an den Tankstellen in mehr als 20 Regionen Russlands das Benzin auszugehen. Kritisch sei die Lage im Altai, der Gebirgsregion im Grenzgebiet zwischen Sibirien, Kasachstan, der Mongolei und China. Dort habe ein Großteil der Tankstellen am Wochenende den Betrieb eingestellt. Die noch geöffneten Stationen verkauften nur noch 20 Liter Sprit pro Fahrzeug, und das nur noch an Stammkunden.

Viele Staatskonzerne des Riesenreichs verkauften den Kraftstoff zuletzt lieber teuer ins Ausland als ihn an den heimischen Markt auszuliefern. Laut russischen Medienberichten habe die russischen Regierung die Mineralölkonzerne im Februar gedrängt, ihre Preise für das Inland zu senken, was den Export profitabler machte. Laut Kudrjaschow exportierten die russischen Unternehmen im vergangenen Jahr insgesamt drei Millionen Tonnen Benzin.

seh/AFP/dpa-AFX

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Oh!
niepmann 28.04.2011
Na und? Ich fahre auch mit dem Radl! Das tut auch dem Iwan gut. Und der Umwelt.
2. Benzin
crocodil 28.04.2011
..na ja, da haben unsere Konzerne wieder einen Grund, nochmals mehr abzukassieren!
3. Ich verstehe mein VaterRussland nicht
Ananastja 28.04.2011
das mit dem Rad ist hier leider fehl am Platz... wur haben keine Fahrradwege, und falls man trotzdem wagen wird, mit dem Rad zu fahren, wird man an der ersten Kreuzung ueberfahren. ich verstehe nun nicht: warum muss das Volk immer leiden? Rohstoff-Weltmacht und kein Benzin... ein trauriges Oxymoron ist das... Sofort werden die Preise fuer Bustickets (bin 21 und kann mir kein Auto leisten) und Nahrungsmittel steigen... Ich verstehe mein Vaterland nicht
4. Mal wieder eine Bild-Schlagzeile
vogelskipper 28.04.2011
Die Russen sind ja auch nicht blöd und wenn sie für ihr Benzin im Ausland wesentlich mehr Geld bekommen, dann wird es eben ins Ausland verkauft, so einfach ist das und so funktioniert Marktwirtschaft, auch wenn sie damit der eigenen Bevölkerung diese Resourcen entziehen. Daraus zu folgern, dass die Russen kein Benzin mehr haben und das in die Schlagzeile zu klatschen, ist mit Verlaub Blödsinn! Und wer glaubt, dass das international den Ölpreis in die Höhe schrauben wird, wenn die russischen Konzerne nun ihren eigenen Leuten wieder mehr Benzin zur Verfügung stellen müssen und folglich weniger exportieren, der sollte doch bitte mal kurz nachsehen und dann feststellen, dass 3 Millionen Tonnen Benzin weltweit gesehen gar nichts ist, denn der Tagesverbrauch weltweit lag im Jahre 2008 schon bei etwa 14 Millionen Tonnen. Da jucken also 3 Millionen auf's jahr gesehen absolut niemanden. Aber die Analysten, Spekulanten und Ölfirmen werden wohl auch versuchen diese Nachricht zu nutzen, um an der Preisschraube zu drehen und der deutsche Michel schluckt es dann auch.
5. Cool!
RaMaDa 28.04.2011
Zitat von niepmannNa und? Ich fahre auch mit dem Radl! Das tut auch dem Iwan gut. Und der Umwelt.
-------------------------------------------------------------- Ich stelle mir gerade vor, bei der nächsten Militärparade werden die Raketen von Radfahrern gezogen....
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: