Trotz Sanktionen Russland führt Westprodukte über Nachbarländer ein

Russlands Embargo gegen Lebensmittel aus der EU und den USA ist durchlässig. Über Weißrussland und Kasachstan importiert das Land noch immer westliche Produkte, wie die Regierung in Moskau offen zugibt.

Politiker Dworkowitsch (l.), Medwedew (r.): Durchlässiges Embargo gegen Westwaren
AP/Ria Novosti

Politiker Dworkowitsch (l.), Medwedew (r.): Durchlässiges Embargo gegen Westwaren


Moskau - Russlands Sanktionen gegen westliche Lebensmittelimporte entfalten offenbar eine weniger drastische Wirkung als zunächst erwartet. Nach Angaben der russischen Regierung können Westprodukte nach wie vor über die Nachbarländer Weißrussland und Kasachstan nach Russland gelangen.

Die drei Länder bilden eine Zollunion, was freien Warenverkehr bedeutet. "Natürlich können unsere Kollegen in der Zollunion aus dieser Situation einen Nutzen ziehen, weil ein Teil der Rohstoffe, die früher direkt zu uns kamen, nun bei ihnen verarbeitet wird", zitieren russische Agenturen den stellvertretenden Premierminister Arkadij Dworkowitsch. "Uns werden dann schon verarbeitete Lebensmittel geliefert."

Russland hatte die Einfuhr von Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Obst und Gemüse aus den USA, der EU, Kanada, Australien und Norwegen vorerst verboten. Damit reagierte der Kreml auf Strafmaßnahmen aus dem Westen. Der Kreml hatte versucht, auch Weißrussland und Kasachstan dazu zu bewegen, diese Beschränkungen zu erlassen, bislang ohne Erfolg.

In Moskau stiegen von Freitag bis Sonntag die Lebensmittelpreise. Fisch verteuerte sich um sechs Prozent, Käse um 4,4 Prozent, Milch um 5,3 Prozent, wie die Moskauer Stadtverwaltung bekannt gab. Er hoffe, dass die russischen Strafmaßnahmen für Lebensmittelimporte nicht lange dauern würden, sagte Russlands Premierminister Dmitrij Medwedew nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Ukraine-Konflikt ist bislang keine Lösung in Sicht. Ein Krisentreffen, bei dem Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier eine Vermittlung zwischen Russland und der Ukraine versucht hatte, war am Montagmorgen gescheitert. "Wir sind weit weg von einer politischen Lösung", sagte der SPD-Politiker. Es bestehe die Gefahr, "dass wir immer weiter hineinschlittern in eine Konfrontation zwischen russischen und ukrainischen Streitkräften".

Die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten belasten zudem die Wirtschaft. Das Wachstum in der Eurozone hatte im zweiten Quartal komplett stagniert.

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ssu/mga

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fatherted98 19.08.2014
1. lach.....
...und jetzt...die Sanktionen ausweiten?...die Anreiner freuen sich über ein lohnendes Transitgeschäft...lustig was unsere Polit Nasen hier wieder verzapft haben...immerhin...die eigene Wirtschaft wird dann doch nicht so leiden, da man über Drittländer verkaufen kann....ob das wohl strafbar ist und von Herrn Gabriel geahndet wird?
FKassekert 19.08.2014
2. Oligarchen, russische
und die kleineren Lebensmittelimporteure haben eben einen Weg gefunden wie man das Embargo umgehen kann und weiterhin Geld verdienen kann! Ja und, was soll schlecht daran sein? Der Westen profitiert doch davon auch? Und suchen bei uns nicht auch viele nach Wegen und finden Loesungen wie man Gesetze umgehen kann? Die sitzen sogar im Bundestag!
radeberger78 19.08.2014
3. Dann wird es Zeit auch die zu sanktionieren,
Zitat von sysopAP/Ria NovostiRusslands Embargo gegen Lebensmittel aus der EU und den USA ist durchlässig. Über Weißrussland und Kasachstan importiert das Land noch immer westliche Produkte, wie die Regierung in Moskau offen zugibt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/russland-importiert-west-produkte-ueber-weissrussland-und-kasachstan-a-986761.html
wobei sich mir die Frage stellt, warum es so ruhig um die Sanktionen geworden ist .... die letzten Woche gab es täglich neue Sanktionsforderungen und plötzlich ist Totenstille.
pepe_sargnagel 19.08.2014
4.
Zitat von sysopAP/Ria NovostiRusslands Embargo gegen Lebensmittel aus der EU und den USA ist durchlässig. Über Weißrussland und Kasachstan importiert das Land noch immer westliche Produkte, wie die Regierung in Moskau offen zugibt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/russland-importiert-west-produkte-ueber-weissrussland-und-kasachstan-a-986761.html
In der Globalisierung also werden nicht nur Waffen über solche "Liefer-Konstruktionen" an alle, die sie wollen geliefert, sondern auch Lebensmittel. Man kann es kaum glauben! Die Gobalisierung aber ist für alle das Beste, weil man das fremde Volk auch nicht für die Politklasse hungern lassen oder sonstwie leiden lassen sollte. So viele beschweren sich hier täglich über die eigene Regierung, dass es mir nicht den Anschein macht, als würde die Regierung die Masse der Bevölkerung vertreten. Also wird es anderswo nicht anders sein: Vor allem nicht in Oligarchien wie Amerika (siehe http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-06/usa-oligarchie-kapital), China oder Russland. Da beschließen ja auch die Oligarchen die Sanktionen - und es mag dahingestellt sein, ob es das Volk auch so wollen würde.
Xander 19.08.2014
5. Super Leistung
Das lohnt sich ja voll, wenn Kasachstan und Weißrussland trotzdem die Westprodukte nach Russland importieren. Dann machen die beiden Länder mehr Umsatz, die Exporte im Westen gehen dafür aber kaum zurück, weil man dann halt nach Weißrussland und Kasachstan mehr exportiert. Die beiden Länder wissen wohl ganz genau, dass sie als Verlieren rauskommen, wenn sie mit den Sanktionen Russland folgen. Großartige Leistung Russland, großartige Leistung.
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