Trotz Sanktionen Deutsche Investitionen in Russland ziehen an

Viele Wirtschaftsvertreter beklagen regelmäßig die angeblich verheerende Wirkung der EU-Sanktionen gegen Russland. Deutsche Firmen haben 2016 aber wieder deutlich mehr investiert als im Jahr zuvor.

Siemens-Zug in Russland
DPA

Siemens-Zug in Russland


Obwohl die EU-Sanktionen gegen Russland bislang nicht gelockert wurden, ziehen die Investitionen der deutschen Wirtschaft in Russland wieder an.

Die Deutsch-Russische Außenhandelskammer (AHK) sprach am Freitag von einer Investitionssumme deutscher Firmen von 1,95 Milliarden Euro nach 1,78 Milliarden Euro im Jahr 2015. Das ist ein Zuwachs von 170 Millionen Euro.

Die AHK beruft sich dabei auf Zahlen der Deutschen Bundesbank. Von Januar bis September 2016 investierten deutsche Firmen sogar mehr als zwei Milliarden Euro in Russland. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres lagen die Nettoinvestitionen in Russland dann allerdings leicht im negativen Bereich (-92 Millionen Euro).

Zuvor hatten Umfragen unter deutschen Firmen in Russland bereits ergeben, dass viele Firmen wieder mit steigenden Umsätzen rechnen. Grund sind Erwartungen, dass sich die Lage der russischen Wirtschaft stabilisiert. Nach einem Einbruch von mehr als drei Prozent 2015 war die Wirtschaft 2016 nach Angaben des russischen Wirtschaftsministeriums nur noch um 0,2 Prozent geschrumpft. 2017 rechnet Moskau mit zwei Prozent Wachstum. Die Prognose der EU-Kommission für Russland liegt bei 0,8 Prozent.

Russlands Wirtschaft ist stark von Energieexporten abhängig. Der Ölpreis ist seit Anfang 2016 von 35 Dollar auf inzwischen rund 55 Dollar gestiegen.



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