Weltgrößter Importeur: Russland deckt sich mit Gold ein
Russland im Goldfieber: Im vergangenen Jahrzehnt kaufte die Zentralbank 570 Tonnen Gold und machte das Land so zum weltgrößten Importeur des Edelmetalls. Moskau rüstet sich damit gegen eine mögliche Schwäche von Dollar und Euro.
Hamburg - Während Zentralbanken auf der ganzen Welt Papiergeld drucken, deckt sich Russland mit hartem Edelmetall ein: Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg kaufte die russische Zentralbank im vergangenen Jahrzehnt 570 Tonnen Gold - damit war das Land größter Goldimporteur der Welt.
Russland scheint sich demnach gegen eine mögliche Entwertung von Dollar, Euro und anderer Währungen zu rüsten: "Je mehr Gold ein Land hat, desto mehr Souveränität hat es, falls eine Katastrophe den Dollar, den Euro, das Pfund oder eine andere Reservewährung trifft", sagte Jewgeni Federow, Wirtschaftsfachmann der Putin-Partei "Einiges Russland". Auch Präsident Wladimir Putin betonte die Notwendigkeit, sich mit Goldkäufen auf stürmische Zeiten vorzubereiten: "Man spricht schließlich nicht ohne Grund von Gold- und Währungsreserven."
Die russischen Politiker drücken damit die Angst aus, der Trend zum ungebremsten Drucken von Papiergeld in den führenden Wirtschaftsnationen könnte zu einem Wertverlust der Leitwährungen führen. So will die Zentralbank Japans durch ausgiebige Anleihekäufe die Inflation in dem Land erhöhen. Die amerikanische Federal Reserve will auf ähnliche Weise die Arbeitslosigkeit in den USA drücken. Und die Europäische Zentralbank hat im vergangenen Jahr angekündigt, zur Rettung des Euro auch unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenstaaten zu kaufen.
Europa verkauft, Schwellenländer kaufen
Russlands Einkaufstour auf dem Goldmarkt verdeutlicht daher auch eine Machtverschiebung im Weltwirtschaftssystem: Zweitgrößter Goldimporteur im vergangenen Jahrzehnt war China. Ihre Goldreserven verkauft haben dagegen vor allem entwickelte Länder: Die Schweiz verkaufte in der Zeit 877 Tonnen Gold. Auch Großbritannien, Frankreich und Spanien trennten sich von großen Teilen ihres Zentralbankgolds. Die größten Goldreserven halten derzeit die USA mit 8134 Tonnen und Deutschland mit 3391 Tonnen.
Jetzt schon scheint Russlands Einkaufstour ein gutes Geschäft zu sein: Mit aktuell 1240 Euro pro Unze (31,1 Gramm) liegt der Goldpreis nicht fern von seinem historischen Höchststand und viermal so hoch wie vor zehn Jahren. Für Tim Ash, Schwellenländer-Experte der Londoner Standard Bank, treffen beim russischen Goldfieber daher Strategie und Glück perfekt zusammen: "Putins Goldstrategie passt zu seinem Rohstoffnationalismus. Aber man braucht Glück in der Politik und im Geschäft. Und das hat er eindeutig."
ade
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Bevölkerung: 142,958 Mio.
Fläche: 17.098.200 km²
Hauptstadt: Moskau
Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin
Regierungschef: Dmitrij Medwedew
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