Kurssturz in Russland Neue US-Sanktionen lösen Crash an Moskauer Börse aus

Die USA haben russische Oligarchen auf eine schwarze Liste gesetzt - und damit unter Investoren eine Massenflucht vom russischen Aktienmarkt ausgelöst. Der Aluminiumkonzern Rusal verlor 50 Prozent seines Börsenwerts.

Monitor an der Moskauer Börse
REUTERS

Monitor an der Moskauer Börse


Das US-Finanzministerium hat am Freitag weitere Sanktionen gegen russische Konzerne, Beamte und mehrere Oligarchen verhängt, die eng mit dem Kreml verbandelt sein sollen (hier geht's zur Meldung). Ihre volle Wucht hat diese Nachricht allerdings erst nach dem Wochenende entwickelt: am Montag, nach Handelsbeginn an der russischen Börse. Der russische Aktienindex RTS Chart zeigen ging zwischenzeitlich in den freien Fall über und sank um mehr als zwölf Prozent.

Damit zeichnet sich am russischen Aktienmarkt der größte Tagesverlust seit etwa vier Jahren ab. Zeitweise hatte der RTS sogar erstmals seit Juni 2017 wieder kurz unter der Marke von 1100 Punkten gestanden.

Zu den größten Verlierern im russischen Leitindex gehörten vor allem die Rusal-Aktien mit einem Kursrutsch um zuletzt fast ein Viertel. Der Aluminiumhersteller hatte zuvor mitgeteilt, dass sich die Sanktionen negativ auf das Geschäft auswirken könnten. Der Milliardär Oleg Deripaska hält den größten Anteil an Rusal. Sein Name findet sich ebenfalls auf der Liste.

Milliardäre verlieren binnen Stunden ein Vermögen

Besonders betroffen war auch Russlands größte Bank, die staatliche Sberbank. Ihr Aktienkurs stürzte um fast 20 Prozent ab. Daneben gehörten die Metallurgie-Konglomerate NorNickel (-16,8 Prozent) und Mechel (-15,5 Prozent) zu den größten Verlierern.

Washington hatte die Sanktionen am Freitag öffentlich gemacht und drei Dutzend Geschäftsleute und Firmen auf eine schwarze Liste gesetzt. Begründet wurden die Maßnahmen mit dem "wachsenden Muster bösartiger Aktivitäten Russlands in der Welt". Deripaska gilt als besonders gut mit dem Kreml verdrahtet.

Nach Berechnungen der russischen Wirtschaftszeitung verloren die auf der US-Liste geführten russischen Oligarchen binnen eines Tages mehr als drei Milliarden ihres Vermögens. Die russische Regierung kündigte indessen Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Firmen an.

Auch die russische Währung geriet massiv unter Druck: Der Rubel verlor rund fünf Prozent gegenüber dem Dollar.

beb/dpa



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