South Stream Putin mokiert sich über US-Widerstand gegen Pipeline

Russlands Präsident gibt sich bei seinem Wien-Besuch gelassen. Die Kritik der USA an der umstrittenen South-Stream-Pipeline sei von geschäftlichem Eigeninteresse geleitet, sagte Putin - "daran ist nichts ungewöhnlich".

Pipeline-Teil in Serbien: South-Stream-Leitung soll Gas nach Europa bringen
AP/dpa

Pipeline-Teil in Serbien: South-Stream-Leitung soll Gas nach Europa bringen


Wien/Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat die USA beschuldigt, den Bau der in Europa umstrittenen South-Stream-Pipeline zu behindern. Die Vereinigten Staaten wollten demnach Europa mit ihrem eigenen Gas vielmehr selbst versorgen, sagte er bei einem Besuch in Wien. "Daran ist nichts ungewöhnlich. Das ist Wettbewerb, und politische Mittel werden dabei eingesetzt." Die USA hatten zuvor die um die Ukraine herum geführte Pipeline kritisiert.

Putin verteidigte die geplante Gasleitung mit dem Verweis auf Europas Energieinteressen. "Dieses Projekt ist gegen niemanden gerichtet", sagte Putin, vielmehr diene es der "Energiestabilität in ganz Europa". Der Gaskrieg zwischen Russland und der Ukraine dauert seit rund acht Jahren an.

South-Stream ist ein vom russischen Gas-Monopolisten Gazprom vorangetriebenes Projekt. Auf fast 2400 Kilometern Länge soll eine Erdgasleitung die russische Stadt Anapa am Schwarzen Meer mit dem italienischen Grenzort Tarvisio verbinden. Geplant ist, dass Pipelines südlich der Ukraine durch das Schwarze Meer verlaufen sollen.

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise ist die Pipeline zwischen Moskau und der EU zunehmend umstritten. Die serbische Regierung hatte vor gut einer Woche erklärt, der Bau der Pipeline liege im nationalen Interesse - und Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigte den Start der Bauarbeiten im serbischen Abschnitt für Juli an. Das Transitland Bulgarien dagegen musste unlängst auf Druck aus Brüssel seine Vorarbeiten an dem Projekt auf Eis legen. Die EU-Kommission hatte beklagt, dass die Bauaufträge nicht in Einklang mit EU-Recht stünden.

Am Rande von Putins Besuch in Wien erklärten jetzt Vertreter des österreichischen Gaskonzern OMV ihre Beteiligung an dem Pipeline-Projekt. Sie unterzeichneten mit Gazprom einen entsprechenden Vertrag über den Bau des österreichischen Abschnitts. Neben Österreich hatte auch Slowenien zuletzt seine Unterstützung für das Projekt zugesichert.

daf/AFP/AP



insgesamt 38 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
till2010 25.06.2014
1.
Richtig so, Russland hat es nicht nötig sich von der Ukraine diktieren und bestehlen zu lassen. Und wir Deutsche sind auf russische Rohstoffe angewiesen.
dersim-62- 25.06.2014
2. Und Europa hat mitzumachen! !
Da sieht man wieder wie zerstritten Europa ist und dass die USA mal wieder versucht ihre Eigeninteressen durchzusetzen und auf die Profite und Interessen anderer europäischen Ländern "scheißt".
newsoholic 25.06.2014
3. Alternative Routen stärken Energiesicherheit
Diese Route, genau wie die Ostsee-Pipeline, sind wichtig für die EU, denn sie stärken die Energiesicherheit in Krisen wie der jetzigen in der Ukraine. Dass Brüssel den Bauabschnitt in Bulgarien behindert, ist daher unverständlich. Es geschieht wohl auf Druck der US-Regierung - und gegen die Interessen der EU-Bürger an einer unabhängigen Europäischen Union.
Whitejack 25.06.2014
4.
Mir wäre es eigentlich lieber, wenn man weder von russischem noch von amerikanischem Gas abhängig wäre. Es ist nie eine gute Ausgangsposition, wenn einem ein anderes Land Strom und Heizung abdrehen kann. Zumindest langfristig sollte man soweit auf erneuerbare Energien umsteigen, dass man nicht mehr von Energieimporten anderer Länder abhängig ist. Dieselben Probleme gibt es ja prinzipiell auch mit Öl oder Uran. Und die deutsche Kohle ist nicht wirklich eine Lösung. Die Kombination aus Ineffizienz, Umweltschädlichkeit und geringer Nachhaltigkeit, insbesondere was Braunkohle angeht, macht sie nicht gerade zum geeigneten Ersatzkandidaten.
warum_denkt_keiner_nach? 25.06.2014
5. Interessen
Zitat von sysopAP/dpaRusslands Präsident gibt sich bei seinem Wien-Besuch gelassen. Die Kritik der USA an der umstrittenen South-Stream-Pipeline sei von geschäftlichem Eigen-Interesse geleitet, sagte Putin - "daran ist nichts ungewöhnlich". http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/russland-putin-kritisiert-usa-wegen-kritik-an-south-stream-pipeline-a-977280.html
Die Pipeline ist in den Staaten, die sie letztlich versorgen soll, keineswegs umstritten. Nur die Regierungen, die mit Gas Politik machen wollen, sind plötzlich dagegen. Und das die Amerikaner gern (teures) Frackinggas nach Europa verkaufen wollen, haben sie selbst erklärt. Wie sagte schon Jack Sparrow? "Es geht nur ums Geschäft."
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.