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Rezession: Russische Wirtschaft bricht ein

Sanktionen aus dem Westen und ein niedriger Ölpreis - Russland rutscht immer tiefer in die Rezession. Das Minus des Bruttoinlandsproduktes hat sich im zweiten Quartal mehr als verdoppelt.

Der russische Wirtschaftsminister Uljukajew: BIP könnte 2015 insgesamt um 2,8 Prozent schrumpfen Zur Großansicht
DPA

Der russische Wirtschaftsminister Uljukajew: BIP könnte 2015 insgesamt um 2,8 Prozent schrumpfen

Russland bekommt die Folgen der westlichen Sanktionen und des fallenden Ölpreises zu spüren. Im zweiten Quartal rutschte die Wirtschaft tiefer in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent geschrumpft, teilte die Statistikbehörde Rosstat nach vorläufigen Berechnungen mit. Im ersten Quartal 2015 war das BIP um 2,2 Prozent gesunken.

Einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge soll es sich dabei um den größten Rückgang seit 2009 handeln. Der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew hatte für das zweite Quartal mit einem Rückgang von 4,4 Prozent gerechnet.

Uljukajew geht davon aus, dass das BIP 2015 insgesamt um rund 2,8 Prozent schrumpfen wird. Grund für die Rezession ist auch eine schleppende Binnennachfrage wegen einer massiven Rubel-Schwäche.

Russlands Wirtschaft ist stark von Öl und Gas abhängig, der Ölpreis ist aber angesichts des Fracking-Booms in den USA seit Längerem unter Druck. Experten gehen jedoch davon aus, dass nun der Tiefpunkt erreicht sein könnte.

Die EU und die USA hatten im vergangenen Jahr im Zuge der Krise in der Ostukraine Sanktionen gegen Russland verhängt. Sie richten sich unter anderem gegen russische Staatsbanken, den Im- und Export von Rüstungsgütern sowie die russische Öl- und Gasindustrie.

Seit April 2014 kämpfen prorussische Separatisten im Osten der Ukraine gegen die Truppen der ukrainischen Zentralregierung und der mit ihnen verbündeten Freiwilligenbataillone. Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Rebellen mit Soldaten und Waffen zu unterstützen. Moskau bestreitet das.

brk/dpa/Reuters

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