Verbot für Kohle-Verstromung RWE erwägt Klage in den Niederlanden

Kraftwerke sollen in den Niederlanden in Zukunft nicht mehr mit Kohle betrieben werden. RWE hat zwei niederländische Standorte zur Stromproduktion und schließt deshalb rechtliche Schritte nicht aus.

RWE-Kohlekraftwerks im niederländischen Eemshaven
DPA

RWE-Kohlekraftwerks im niederländischen Eemshaven


Die Niederlande verbieten mittelfristig die Verfeuerung von Kohle zur Stromproduktion und setzen den deutschen Versorger RWE damit unter Druck. Wirtschaftsminister Eric Wiebes erklärte am Freitag in Amsterdam, ältere Kraftwerke dürften nur noch bis Ende 2024 mit Kohle betrieben werden, neuere bis Ende 2029. Damit soll das Ziel erreicht werden, den CO2-Ausstoß des Landes bis 2030 um 49 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

RWE betreibt in den Niederlanden im Amer ein älteres Kraftwerk mit Steinkohle-Befeuerung und ein erst vor wenigen Jahren erbautes in Eemshaven.

Der Konzern äußerte sich enttäuscht und schloss rechtliche Schritte nicht aus. "Wir erwarten deutliche Konsequenzen für unsere Aktivitäten", teilte das Unternehmen mit. "Sollte das Gesetz so wie jetzt angekündigt kommen, erwägen wir eine Klage." Schließlich habe die niederländische Regierung keinerlei Ausgleich für das Vorhaben angeboten.

In die neuere Anlage habe RWE 3,2 Milliarden Euro investiert, nachdem es von der Regierung dazu ermuntert worden sei.

Auch der schwedische Vattenfall-Konzern ist von den Plänen betroffen. Dessen Tochter Nuon erklärte allerdings, sie werde ihr betreffendes älteres Kraftwerk Hemweg-8 wie gefordert bis Ende 2024 schließen.

cop/Reuters



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Sensør 18.05.2018
1. Gewinne durch Klagen
Die Stromversorger scheinen sich offenbar in Zukunft durch Großklagen gegen einzelne EU-Länder finanzieren zu wollen anstatt durch den Verkauf von legalem Strom. Vergleicht man deren Bestrebungen in den verschiedenen Ländern, acht die Hanndlungsweise ansonsten keinen Sinn. Im Kleinen nennt man diese Vorgehensweise "aggressives Betteln".
go-west 18.05.2018
2. Auf‘s falsche Pferd gesetzt...
Auch wenn‘s in Deutschland anscheinend politisch nicht korrekt ist: man hätte dort KKW‘s bauen sollen, wäre auch für die Umwelt das kleinere Übel gewesen.
Nonvaio01 18.05.2018
3. Typisch
mit klagen sind die schnell. Die Schweden schliessen einfach und gut ist. Die Klage hat eh nur eine chance wenn es einen Vertrag gibt der eine mindestlaufzeit garantiert. Die Niederlande sind nicht deutschland, dort kriecht man den Stromkonzernen nicht in den hintern.
nawaswohl 18.05.2018
4. Vor dem Investieren Nachdenken
Aber bei RWE scheint der Blick in die Zukunft durch die verpesstete Vergangenheit getrübt zu sein. Ein Trost: Auch die Dinosaurier sind ausgestorben.
llamb 19.05.2018
5. Sehr schön, Sensor, ...
... ohne jede Sachkenntnis, aber immer feste drauf auf die bösen Konzerne. Wer es mal inhaltlich betrachten will: NL gehen raus aus Kohle, raus aus Gas, haben keine klaren Ausbaupläne für Erneuerbare (kann man nachlesen, ist kein Fake). Das hübscht natürlich die nationale Klimabilanz auf. Aber wo kommt der Strom her: Importe, Aber natürlich nur sauberer Strom (Elektroden werden grün angemalt). Und wenn‘s mal länger dunkel, windstill und kalt ist, dann werden die lieben Nachbarn natürlich Ihren (nicht vorhandenen) grünen Strom über die Grenze schicken. Ist es das, was man als seriöse und verlässliche Politik haben will? Ach so, zurück zu Sensor, es geht ja um Enteignung von Großkonzernen, da spielt der Rest doch keine Rolle.
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