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AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 25/2014

Geplanter Verkauf von Dea: Gabriel prüft Russland-Deal von RWE

Wirtschaftsminister Gabriel: RWE-Chef Terium persönlich informiert Zur Großansicht
DPA

Wirtschaftsminister Gabriel: RWE-Chef Terium persönlich informiert

Mitten in der Ukraine-Krise will RWE seine Tochter Dea an einen russischen Oligarchen verkaufen. Nun lässt Wirtschaftsminister Gabriel nach SPIEGEL-Informationen prüfen, ob der Deal deutsche Interessen verletzt. Bei RWE bangt man um Milliarden-Einnahmen.

Hamburg - Das Bundeswirtschaftsministerium untersucht nach Informationen des SPIEGEL den Verkauf der Öl- und Gassparte Dea des RWE-Konzerns an ein Firmenkonstrukt, das dem russischen Oligarchen Michail Fridman gehört. Das Ministerium prüft, ob nach dem Außenwirtschaftsgesetz strategische Interessen Deutschlands verletzt werden.

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Am Freitag informierte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel den RWE-Chef Peter Terium von den Ermittlungen. Offensichtlich werden dabei auch neue Informationen zu dem Geschäft ausgewertet, das neben großen Teilen des deutschen Gas- und Ölvorkommens wichtige Gasspeicher umfasst.

In der Essener RWE-Zentrale herrschte nach dem Telefonat helle Aufregung. Die Manager befürchten, der 5,1 Milliarden Euro schwere Deal mit dem russischen Oligarchen könnte nun doch noch verzögert oder gar untersagt werden. Für RWE-Chef Terium und seine Aktionäre, unter denen sich auch zahlreiche NRW-Kommunen befinden, wäre das eine wirtschaftliche Katastrophe. RWE ist schon jetzt mit mehr als 30 Milliarden Euro verschuldet.

Das Wirtschaftsministerium bestätigte am Sonntag die Prüfung. Eine Sprecherin sagte, sie werde "ergebnisoffen" verlaufen, es gebe "keinen konkreten Verdacht" auf eine Verletzung deutscher Interessen. Das Ergebnis solle in zwei Monaten vorliegen.

dab/AFP

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insgesamt 26 Beiträge
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    Seite 1    
1. unverschämte Begründung
genau_so_isses 15.06.2014
Mit so einer Begründung kann man jedes Gesxhäft kaputtargumentieren. Wenn sich mein Nachbar ein Auto kauft, lasse ich das verbieten, weil ich den Lärm seines Autos nicht mag. Also ist der Autokauf eindeutig gegen meine Interessen. An diesem Beispiel sieht man, wie weit die Grosskopferten sxhon jeglichen Bezug zur Realität verloren haben. Sie schweben nur noch in ihren egomanen Spähren und kreisen nur noch um ihre "Interessen". Realität, Normalität, gesunder Menschenverstand sind da Fremdworte.
2. Eine Verletzung Deutscher Interessen
mischpot 15.06.2014
Das Geschäft umfasst neben großen Teilen des deutschen Gas- und Ölvorkommens wichtige Gasspeicher. Wenn ein Privatkonzern Deutsche Ressourcen verkauft ist das natürlich eine Verletzung Deutscher Interessen, was sonst?
3. Hat er sich diese Aufgabe beim "Herrn" in Washington...
chrimirk 15.06.2014
...geholt? Der Staat prüft also, ob ein rechtskräftig abgeschlossener Vertrag durch den führenden Energiekonzern, deutschen Interessen dient? Man glaubt oft nicht mehr, was man liest! Bei der nächsten Wahl: Konsquent umwählen!
4. Hallo Herr Minister, auch schon aufgewacht?
winki 15.06.2014
Ein großer Teil der deutschen Wirtschaft gehört doch den Deutschen ohne hin nicht mehr. Da spielt die DEA auch keine Rolle. Irgend wann gibt es es dann Deutschland nicht mehr. In dem fall sind es die Russen immer öfter kaufen uns Chinesen. Wie geht doch gleich der Spruch? "Deutschland? Ach so ja, kleines zänkisches Volk im Westen Chinas."
5. Richtig so Herr Gabriel!
lollipoppey 15.06.2014
RWE hat doch nichts zu befürchten. Man sieht doch im Ukrainekonflikt die Folgen der Energieabhängigkeit Deutschlands von Russland. Da ist es doch oberstes Gebot der Stunde einen solchen Deal zu überprüfen bevor man sich im nachhinein überraschen lässt. In anderen Ländern ist das gang und gäbe. Im übrigen ist das Letzte, worauf Herr Gabriel hierbei Rücksicht nehmen sollte in welcher wirtschaftlichen Verfassung sich RWE befindet. Verschuldet oder nicht verschuldet - Sichereitsfragen gehen vor! Ich frage mich allerdings wo die ganzen Milliarden-Einnahmen aus den Atomkraftwerken bei RWE versickert ist......
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