Atomausstieg, schwächelndes Gasgeschäft: RWE-Gewinn schrumpft deutlich

RWE leidet unter dem Atomausstieg und einem schwächelnden Gasgeschäft: Im ersten Quartal 2012 machte Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern netto rund 1,3 Milliarden Euro Gewinn - 28 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Konzernzentrale von RWE: 1,3 Milliarden Euro Gewinn im ersten Quartal Zur Großansicht
DPA

Konzernzentrale von RWE: 1,3 Milliarden Euro Gewinn im ersten Quartal

Essen - RWE hat den Atomausstieg noch nicht verdaut. Der Umsatz sank im ersten Quartal 2012 um rund ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - auf jetzt 15,59 Milliarden Euro. Der Gewinn ging um rund 28 Prozent zurück - auf gut 1,3 Milliarden Euro. Im gesamten vergangenen Jahr fiel der bereinigte Gewinn um ein Drittel auf 2,48 Milliarden Euro. Das gab der Konzern am Donnerstag in Essen bekannt.

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern leidet weiter unter dem Atomausstieg und einem schwächelnden Gasgeschäft; der Konzern zahlt für seine Gaslieferungen derzeit hohe Summen, dabei ist der Gaspreis zuletzt deutlich gefallen; die Konditionen von RWE sind meist in langfristigen Verträgen fixiert.

RWE-Chef Jürgen Großmann verwies darauf, eine Reihe von Gaslieferverträgen neu ausgehandelt zu haben. Er hat aber darüber hinaus noch großen Handlungsbedarf. "Unser besonderes Augenmerk gilt nun den verbleibenden Preisrevisionen mit drei großen internationalen Öl- und Gasunternehmen", schrieb er an die Aktionäre.

Namen nannte er nicht. Es dürfte sich dabei aber unter anderem um den russischen Gazprom-Konzern handeln. RWE will die Gasverhandlungen 2013 abschließen und erwartet dann erhebliche Entlastungen. Die Verhandlungen dürften jedoch schwierig werden. Auch Konkurrent E.on beißt bei Gazprom bislang auf Granit.

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte RWE. So soll das Ergebnis im laufenden Jahr stabil gehalten werden, trotz des Verkaufs von Randgeschäften im Volumen von bis zu sieben Milliarden Euro.

Vorstandschef Großmann gibt im Juli den Chefposten an Peter Terium ab. Der 48-jährige Niederländer will das Geschäft mit Ökostrom ausbauen und zugleich 2013 und 2014 zusätzlich eine Milliarde Euro einsparen. Er will darüber hinaus weitere Beteiligungen in Milliardenhöhe abstoßen. Zur Disposition stehen unter anderem die Beteiligung an den Berliner Wasserbetrieben, der tschechische Ferngasnetzbetreiber NET4Gas sowie Geschäfte von RWE Dea.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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1. Verzockt
msiefert 10.05.2012
Zitat von sysopDPARWE leidet unter dem Atomausstieg und einem schwächelnden Gasgeschäft: Im ersten Quartal 2012 machte Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern netto rund 1,3 Milliarden Euro Gewinn - 28 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,832367,00.html
Wenn ein Stromkonzern immernoch einem Ökostronanteil im einstelligen Prozentbereich hat obwohl der Atomausstieg seit einem Jahrzehnt beschlossen ist, dann ist bei denen offensichtlich irgendwas schiefgelaufen.
2.
einbelgier 10.05.2012
Zitat von sysopDPARWE leidet unter dem Atomausstieg und einem schwächelnden Gasgeschäft: Im ersten Quartal 2012 machte Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern netto rund 1,3 Milliarden Euro Gewinn - 28 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,832367,00.html
Bei Gazprom beissen die Deutschen Energieversorger auf Granit, die Russen wissen genau dass die Deutsche "Energiewende" nicht ohne massiven Gasbedarf zu stemmen ist, und sie jeden Preis durchdrücken können, die Gewinne schrumpfen und der Einstieg in das "Ökostromgeschäft" steht bevor. Fazit: Der Deutsche Stromkunde wird sich noch wundern was da auf ihn zu kommt....
3. ...
deus-Lo-vult 10.05.2012
Zitat von sysopDPARWE leidet unter dem Atomausstieg und einem schwächelnden Gasgeschäft: Im ersten Quartal 2012 machte Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern netto rund 1,3 Milliarden Euro Gewinn - 28 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,832367,00.html
Um Himmels Willen.... nur 1,3 Milliarden GEWINN? Also NACH Abzug von Steuern, etc.? Ja, dann müsste der Staat (also der Steuerzahler) dieses notleidende Unternehmen sofort retten! Vlt sollten die Angestellen und Arbeiter von RWE auf etwas Gehalt verzichten? Oder noch besser: Energiepreise erhöhen! Ist doch ein Spitzenanlass dafür!
4.
ABlohm 10.05.2012
Zitat von deus-Lo-vultUm Himmels Willen.... nur 1,3 Milliarden GEWINN? Also NACH Abzug von Steuern, etc.? Ja, dann müsste der Staat (also der Steuerzahler) dieses notleidende Unternehmen sofort retten! Vlt sollten die Angestellen und Arbeiter von RWE auf etwas Gehalt verzichten? Oder noch besser: Energiepreise erhöhen! Ist doch ein Spitzenanlass dafür!
Wie wäre es mit einem Energie-Soli um die notleidenen Energieversoger zu retten?
5. Exklusiv für Sie: die Sendung mit der Maus
Maynemeinung 10.05.2012
Zitat von deus-Lo-vultUm Himmels Willen.... nur 1,3 Milliarden GEWINN? Also NACH Abzug von Steuern, etc.? Ja, dann müsste der Staat (also der Steuerzahler) dieses notleidende Unternehmen sofort retten! Vlt sollten die Angestellen und Arbeiter von RWE auf etwas Gehalt verzichten? Oder noch besser: Energiepreise erhöhen! Ist doch ein Spitzenanlass dafür!
Irgendwann im Laufe des Threads war ja zu erwarten, dass irgendein Lieschen Müller die Mitforisten meint mit ökonomischer Ignoranz belustigen zu müssen. Aber gleich das dritte Posting. Also dann mal in Sendung-mit-der-Maus-Pädagogik: 1,3 Mrd. Euro sind viel Geld. Selbst wenn deus-Lo-vult, Lieschen Müller und ich uns das Geld teilen müssten, hätten wir ausgesorgt und müssten nie wieder arbeiten gehen. Das Unternehmen RWE gehört aber nicht uns dreien, sondern ist eine Aktiengesellschaft. Aktien haben ist wie Geld auf dem Sparbuch haben, nur nicht so sicher. Manchmal gibt es mehr Zinsen (das heißt dann aber Dividenden), manchmal aber sinkt der Kontostand. RWE hat also viele, viele, viele Eigentümer. Mehr noch als Lady Gaga Freude bei Facebook hat. So viele! Und ganz viele von diesen Eigentümern sind übrigens Kommunen im Ruhrgebiet. Die brauchen die Dividenden (also die Zinsen, die es auf Aktien gibt), um ihre kommunalen Ausgaben zu bedienen. Den Kindergarten, die Altentagesstätte oder das städtische Freibad. Denn wir wollen ja alle im Sommer schwimmen gehen oder? Und die Oma soll auch gut versorgt werden. Seht ihr, liebe Kinder, deshalb dürft ihr euch nicht immer von den linken Lehrern in der Schule erzählen lassen, dass Unternehmen ganz, ganz böse sind und nichts für die Menschen tun.
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