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Pannenbau in Hamm: RWE muss Fertigstellung von Großkraftwerk erneut verschieben

RWE-Steinkohlekraftwerk Hamm: Mögliche Kosten von drei Milliarden Euro Zur Großansicht
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RWE-Steinkohlekraftwerk Hamm: Mögliche Kosten von drei Milliarden Euro

Seit 2012 sollte das Steinkohle-Kraftwerk in Hamm bereits voll in Betrieb sein - nun verschiebt RWE die Fertigstellung auf unbestimmte Zeit. Zuletzt hatte der Energiekonzern Mitte 2015 als Termin genannt.

Essen - Der Energiekonzern RWE und ein Stadtwerkekonsortium müssen die Fertigstellung des Steinkohle-Großkraftwerks in Hamm wegen technischer Probleme auf unbestimmte Zeit verschieben. Das sagte RWE-Kraftwerkschef Matthias Hartung und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts".

Es gebe technische Probleme bei der Dampferzeugung in einem der beiden neuen 800-Megawatt-Kraftwerksblöcke, teilte Hartung mit. Ursprünglich war die Fertigstellung für Anfang 2012 geplant. Der andere neue Block war immerhin Mitte 2014 in Betrieb gegangen und läuft Hartung zufolge ohne Probleme. Der Bau war immer wieder durch Pannen verzögert worden. So waren etwa im Herbst 2013 große Mengen Salzsäure in einen Kraftwerks-Kessel eingedrungen.

Für die derzeit bestehenden Mängel im Kraftwerk habe das mit dem Bau beauftragte Unternehmen Alstom Chart zeigen nun sein Sanierungskonzept zurückgezogen, berichtet die Zeitung. Deshalb habe RWE Chart zeigen den zuletzt geplanten Termin für die Fertigstellung des Blocks Mitte 2015 gestrichen und streite nun mit Alstom über Schadensersatz. Das Kraftwerk solle aber auf jeden Fall fertiggestellt werden. Beide Blöcke zusammen können rund drei Millionen Haushalte mit Strom versorgen.

Die Investitionskosten haben sich dem Bericht zufolge ohnehin schon jetzt von zwei Milliarden Euro auf mindestens 2,4 Milliarden Euro erhöht und könnten auf drei Milliarden Euro klettern. Hartung wollte sich zur Höhe des möglichen Schadens nicht äußern. An dem Projekt sind außer RWE 23 Stadtwerke beteiligt, die zusammen 23 Prozent halten. Sie sollen nun ihrerseits eine Entschädigung von RWE fordern.

fdi/Reuters/dpa

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1. Mehr als 7 Jahre Zeit Überziehung für Fertigstellung?
wibo2 18.09.2014
"Seit 2008 sollte das Steinkohle-Kraftwerk in Hamm bereits voll in Betrieb sein nun verschiebt RWE die Fertigstellung auf unbestimmte Zeit. Zuletzt hatte der Energiekonzern Mitte 2015 als Termin genannt." Nicht ausreichend getestete Systeme sind ein Risiko, welches zu einer Überziehung des Zeit- und Kostenrahmens, hohen Wartungskosten und Produktivitätsverlusten führen kann. BER ist in der BRD überall. Großprojekte scheitern offenbar überall. Weil mit einfachem Denken komplexe Dinge nicht beherrscht werden können. Die Philosophie "Machen, nicht denken!" führt zum Scheitern. Und Jahr für Jahr machen die Schwachmaten dann einfach weiter und werden nicht fertig. Scheitert jetzt die Energiewende sogar an den nicht funktionsfähigen Kohlekraftwerken? Es wird immer verrückter.
2.
roughneckgermany 18.09.2014
Auch wenn Merkel mindestens bis 2050 Kohle verstromen will, lasst es doch einfach mit dem Block gut sein. Baut stattdessen ein regeneratives Kraftwerk. Oder hat RWE immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt und nichts aus den Fehlern der eigenen Vergangenheit gelernt?!
3.
kjartan75 18.09.2014
Zitat von wibo2"Seit 2008 sollte das Steinkohle-Kraftwerk in Hamm bereits voll in Betrieb sein nun verschiebt RWE die Fertigstellung auf unbestimmte Zeit. Zuletzt hatte der Energiekonzern Mitte 2015 als Termin genannt." Nicht ausreichend getestete Systeme sind ein Risiko, welches zu einer Überziehung des Zeit- und Kostenrahmens, hohen Wartungskosten und Produktivitätsverlusten führen kann. BER ist in der BRD überall. Großprojekte scheitern offenbar überall. Weil mit einfachem Denken komplexe Dinge nicht beherrscht werden können. Die Philosophie "Machen, nicht denken!" führt zum Scheitern. Und Jahr für Jahr machen die Schwachmaten dann einfach weiter und werden nicht fertig. Scheitert jetzt die Energiewende sogar an den nicht funktionsfähigen Kohlekraftwerken? Es wird immer verrückter.
Scheint eben nicht, wie so oft behauptet, allein ein Problem von staatlichen Bauprojekten zu sein. Es geht im Allgemeinen immer unter, wie viele Großprojekte privater Investoren scheitern oder sich auf unendlich verschieben.
4. Alternative Energie
solder70 18.09.2014
Bei diesen Bausummen frage ich mich, wieviele alternative Energie-Kraftwerke inkl. Speicherung man damit hätte bauen können. Rechnet sich das wirklich nicht?
5. Da haben die Techniker den Mund zu voll genommen!
hansulrich47 18.09.2014
Ist hier nicht - mal wieder - der Wunsch noch besser zu sein, die Ursache? Der Wirkungsgrad sollte noch größer werden, was nur mit noch höherer Temperatur im Dampferzeuger zu erreichen ist. Jetzt hält der Stahl dies nicht aus und wird rissig. Vielleicht doch bei tieferer Temperatur betreiben??
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