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170 Millionen Euro Verlust: RWE plant neue Sparrunde

RWE-Chef Peter Terium Zur Großansicht
DPA

RWE-Chef Peter Terium

Der angeschlagene Energiekonzern RWE steht vor neuen Einschnitten. Nach einem dreistelligen Millionenverlust im vergangenen Geschäftsjahr will Vorstandschef Terium den Sparkurs verschärfen.

RWE schließt das Geschäftsjahr mit einem Verlust ab. Unter dem Strich stand wegen hoher Abschreibungen auf die Großkraftwerke und negativer Steuereffekte ein Fehlbetrag von 170 Millionen Euro nach einem Gewinn von 1,7 Milliarden Euro 2014, teilte das Unternehmen am Dienstag in Essen mit.

Vor allem in den klassischen Großkraftwerken und im britischen Vertriebsgeschäft soll es nun neue Einsparungen geben. Konkret ist geplant, bis 2018 die Kosten um weitere 500 Millionen Euro zu drücken. Bislang wollte RWE zwei Milliarden Euro einsparen.

Vor allem der Verfall der Strompreise im Großhandel setzt dem Versorger zu. Das ließ das betriebliche Ergebnis allein im Geschäft mit Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken um fast die Hälfte einbrechen. Rote Zahlen gab es im britischen Vertriebsgeschäft, wo eine IT-Umstellung Kunden vergrätzte.

Als Folge der Krise streicht RWE seinen Anteilseignern die Dividende praktisch ganz. Nur die wenigen Vorzugsaktionäre sollen noch 13 Cent je Stück bekommen. Im Vorjahr gab es noch einen Euro.

Ein Ende des Absturzes ist auch 2016 nicht in Sicht. So soll der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von zuletzt 7 auf 5,2 bis 5,5 Milliarden Euro sinken. Dabei rechnet RWE mit einem weiteren Verfall der Gewinnanteile seiner Kohle-, Atom- und Gasmeiler. Hinzu kommen dürften weitere Belastungen wegen Problemen im britischen Geschäft.

Als Reaktion auf die Krise bereitet RWE wie Konkurrent E.on seine eigene Aufspaltung vor. Das Zukunftsgeschäft mit Ökostrom, Netzen und Vertrieb wird in eine neue Tochter ausgegliedert, die Ende des Jahres an die Börse gehen soll. Die Zukunftsgesellschaft wird nach der Gründung am 1. April zunächst RWE International SE heißen, sagte Terium.

ssu/dpa-AFX

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1. kein Mitleid
opinio... 08.03.2016
Mühlheim-Kärlich, Biblis, waren RWE Anlagen mit denen der Ruf der Atomkraft gründlich demoliert wurde. RWE hatte Potential und viel Geld, die seltsame Mischung aus Kapital und Politik hat es verspielt. Und wieder wird es die Kleinen treffen.
2. Das Sparen unserer großen Erzeuger verschlechtert unsere Versorgungssicherheit
mit66jahren 08.03.2016
Die konventionellen Kraftwerke stellen im Wesentlichen das nationale Strom-Backup bei Ökoflauten dar. Mit den weiteren Einsparungen, die nicht nur RWE betreffen, ist zu befürchten, dass die künftige Strom-Versorgungssicherheit an kalten Wintertagen schlechter wird. Ob uns die Nachbarländer dann mit Stromlieferungen helfen, ist angesichts unseres zeitweiligen Strompreisdumpings an den Börsen durch subventionierten Wind- und Photovoltaikstrom fraglich.
3.
n.wemhoener 08.03.2016
Müsste RWE und die anderen großen Energieversorger wirklich voll haften für die Hinterlassenschaften, die sie mit den Gelddruckmaschinen AKWs produziert haben, bliebe es nicht bei dreistelligen Millionenverlusten - sie müssten Konkurs anmelden. Die Kosten für die Atommüllentsorgung sind so gewaltig, dass sie auf viele Steuerzahlergenerationen verteilt werden müssen. Wir kennen das ja schon - Stichwort Bankenrettungen.
4.
happy2010 08.03.2016
Zitat von n.wemhoenerMüsste RWE und die anderen großen Energieversorger wirklich voll haften für die Hinterlassenschaften, die sie mit den Gelddruckmaschinen AKWs produziert haben, bliebe es nicht bei dreistelligen Millionenverlusten - sie müssten Konkurs anmelden. Die Kosten für die Atommüllentsorgung sind so gewaltig, dass sie auf viele Steuerzahlergenerationen verteilt werden müssen. Wir kennen das ja schon - Stichwort Bankenrettungen.
Ziemlich scheinheilig wenn man bedenkt, dass 70% aller AKWs unter staatlicher Aufsicht und Besitz gebaut wurden. Bei Asse wirft man den Betreibern vor, sich zuunrecht freigekauft zu haben (obwohl da großteils staatlich), bei der Haftung hingegen hackt man blind vor Wut auf den EVUs, privat, rum.
5. Die Folgen
formatierer 08.03.2016
Zitat von opinio...Mühlheim-Kärlich, Biblis, waren RWE Anlagen mit denen der Ruf der Atomkraft gründlich demoliert wurde. RWE hatte Potential und viel Geld, die seltsame Mischung aus Kapital und Politik hat es verspielt. Und wieder wird es die Kleinen treffen.
Der Staat der mit seinen selbsternannten Fachleuten besonders aus dem grünen Bereich die Energieversorgung in den Ruin treibt wird am Ende zahlen müssen. Der nächste Streich das Elektroauto ist schon in Arbeit.
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