Angst vor Stellenabbau RWE-Mitarbeiter blockieren Zufahrten

Nach dem gerichtlich verfügten Rodungsstopp im Hambacher Forst protestieren RWE-Mitarbeiter gegen einen möglichen Stellenabbau. Der Konzern hatte angekündigt, die Kohleförderung drosseln zu wollen.

RWE-Beschäftigte vor dem Kraftwerk Neurath I
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RWE-Beschäftigte vor dem Kraftwerk Neurath I


Tausende Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE haben am Montagmorgen Zufahrten zu den Tagebauen und Kraftwerken im Rheinischen Revier blockiert. Nach Angaben der Gewerkschaft IG BCE beteiligten sich etwa 4000 Beschäftigte an verschiedenen Mahnwachen. "Die Kollegen haben Angst um ihre Zukunft und Arbeitsplätze", sagte Gewerkschaftssprecher Manuel Rendla.

Nach dem Rodungsstopp im Hambacher Forst droht bei RWE möglicherweise ein Stellenabbau. Am Braunkohle-Tagebau Hambach hängen nach Unternehmensangaben 4600 Arbeitsplätze.

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte Anfang Oktober die Rodung des Hambacher Forsts bis zu einem endgültigen Urteil untersagt. Der Konzern und die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Behörde hätten demnach nicht ausreichend belegt, dass bei einem Rodungsstopp die Energieversorgung bundes- oder landesweit gefährdet sei. RWE kündigte danach an, die Förderung im Tagebau zu drosseln.

Die Aktionen am Montagmorgen hatten nach Konzernangaben keine Auswirkungen auf die Stromproduktion. Diese sei durch eine Notbesetzung gesichert, sagte ein RWE-Sprecher.

cop/dpa



insgesamt 111 Beiträge
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dirkcoe 15.10.2018
1. Wir müssen uns
mit dem Gedanken vertraut machen, dass die Braunkohle nicht mehr die Energie der Zukunft ist. Also steht der Strukturwandel an und ist nicht aufzuhalten. Das Gleiche erwartet unsere Autobauer. Wenn das tote Pferd Verbrenner umgefallen ist, sind die Jobs weg. Aufzuhalten ist diese Entwicklung trotzdem nicht.
Ottokar 15.10.2018
2. Verständlich
Nun aber sind die grünen Umweltschützer gefragt um den Kumpeln den Umweltschutz näherzubringen und ihnen klar machen das man länger lebt wenn der Tagebau eingestellt wird. Das Länger Leben geht auch wenn man arbeitslos ist.
ulmer_optimist 15.10.2018
3. Strukturwandel
Strukturwandel bedeutet Strukturwandel. Es ist logisch, dass dann dabei Arbeitsplätze in bestimmten Bereichen oder auch Regionen verloren gehen und andere entstehen. So wie jeder von uns seine Gewohnheiten in Bezug auf z. B. Verkehr ändern müssen wird. Es macht sicher keinen Sinn, weiter Braunkohle abzubauen, bis auch der letzte Beschäftigte in Hambach und Umgebung vom steigenden Meeresspiegel geflutet ist...
unaufgeregter 15.10.2018
4. Altes Spiel
Die Industrie erspresst die Bürger. Ein albernes Spiel.
go-west 15.10.2018
5. Das ist genauso,
wenn nach Verhängung der unverzichtbaren Fangquoten ein Wegfall von Arbeitsplätzen im Fischereisektor beklagt wird. Es gibt nun mal Arbeitsplätze, die im Sinne des Allgemeinwohles wegfallen müssen. Dafür entstehen neue Jobs in Zukunftsbranchen. Statt zu jammern ist vielmehr eine Anpassung an eine veränderte Welt gefragt.
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