Konzernumbau RWE setzt Deutschland-Chef Neuhaus vor die Tür

Neue Unruhe bei RWE: Einer der wichtigsten Manager verlässt offenbar den Energieriesen. Er gilt als Vertrauter der kommunalen Aktionäre - die Vorstandschef Terium beim Konzernumbau oft im Weg stehen.

RWE-Chef Terium: Radikaler Umbau
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RWE-Chef Terium: Radikaler Umbau


Der Energieriese RWE verliert seinen Deutschland-Chef Arndt Neuhaus. Das teilte RWE nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Deutschland AG am Nachmittag mit.

Neuhaus verlasse das Unternehmen, weil es in der geplanten RWE-Zukunftsgesellschaft keine entsprechende Position für ihn mehr geben sollte, war schon am Donnerstagvormittag aus RWE-Kreisen verlautet. RWE-Chef Peter Terium habe mit Neuhaus einen Widersacher aus dem Konzern gedrängt, schrieb das "Handelsblatt".

RWE wird wegen der Folgen der Energiewende derzeit grundlegend umgebaut. Die erneuerbaren Energien sowie das Netz- und Vertriebsgeschäft werden dabei in einer neuen Tochter gebündelt und voraussichtlich Ende 2016 an die Börse gebracht. Aus den Erlösen will RWE seine Investitionen vor allem in die erneuerbaren Energien ausbauen. Das klassische Geschäft mit den Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken sowie der Energiehandel bleiben im Mutterkonzern.

Terium könnte beide RWE-Unternehmen leiten

Neuhaus, 49, ist seit 14 Jahren bei RWE und leitet seit 2011 die RWE Deutschland AG, die mit knapp 20.000 Mitarbeitern größte und umsatzstärkste Beteiligungsgesellschaft im Konzern. Sie wird in der RWE-Zukunftsgesellschaft aufgehen, die am 1. April dieses Jahres gegründet wird. Insidern zufolge hatte der ehrgeizige Neuhaus mindestens einen Vorstandsposten oder sogar die Leitung von NewCo angestrebt.

Laut "Handelsblatt" möchte Konzernchef Terium aber zumindest für eine Übergangszeit die "alte" und die "neue" RWE in Personalunion führen. Auch dazu gab es offiziell noch keinen Kommentar vom Unternehmen.

Die RWE Deutschland AG ist an zahlreichen Stadtwerken beteiligt und führt Strom-, Gas- sowie Wassernetze in deutschen Städten und Gemeinden. Kommunalvertreter wollten sich zu der Personalie zunächst ebenfalls nicht äußern.

Die Begeisterung dürfte sich aber in Grenzen halten, hieß es aus Konzernkreisen - zumal sich die kommunalen Aktionäre auf eine erneute Dividendenkürzung einstellen müssten. Die vor Jahren bereits auf einen Euro halbierte Ausschüttung könnte auf etwa 85 Cent oder noch stärker schrumpfen, befürchten sie.

ssu/dpa

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insgesamt 44 Beiträge
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Seite 1
KaWeGoe 28.01.2016
1. RWE muss vor allem deshalb jetzt radikal umbauen, ...
... weil RWE seit dem von Ihr mitunterschriebenen Atomausstieg nichts unternommen hat, um sich mit EE neu und erfolgreich zu positionieren. Die Konzernführung hat 15 Jahre verschlafen ! Mein Mitleid hält sich in Grenzen. RWE ist tot - und das ist gut so ! Es lebe die Energie-Revolution !
wibo2 28.01.2016
2. Linker Nonsens mit schlimmen Folgen für Betroffene
Zitat von KaWeGoe... weil RWE seit dem von Ihr mitunterschriebenen Atomausstieg nichts unternommen hat, um sich mit EE neu und erfolgreich zu positionieren. Die Konzernführung hat 15 Jahre verschlafen ! Mein Mitleid hält sich in Grenzen. RWE ist tot - und das ist gut so ! Es lebe die Energie-Revolution !
Die Aufspaltung wird den Niedergang von RWE nicht aufhalten. Das eine Unternehmen ist nicht mehr zukunftsfähig, das andere noch nicht. Der Niedergang von RWE ist schlimm für NRW. Den Städten und Gemeinden fehlen die Dividenden und Steuern. Tausende Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit. Verbraucher bekommen Preiserhöhungen und sollen auch noch zusätzlich für die Versorgungssicherheit zahlen.
mit66jahren 28.01.2016
3. Vielleicht trauert man den vorrevolutionären Zeiten noch nach
Zitat von KaWeGoe... weil RWE seit dem von Ihr mitunterschriebenen Atomausstieg nichts unternommen hat, um sich mit EE neu und erfolgreich zu positionieren. Die Konzernführung hat 15 Jahre verschlafen ! Mein Mitleid hält sich in Grenzen. RWE ist tot - und das ist gut so ! Es lebe die Energie-Revolution !
Ich denke, die allgemeine Freude über den Niedergang der großen Stromversorger wird sich in Grenzen halten, wenn die Blackouts in der Erneuerbaren Zeit nach Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken eintreten. Die im Trend liegenden Hausheizungen mit Luftwärmepumpen sind bei frostigen Minusgraden fast reine Elektroheizungen. Wo soll an kalten, windarmen Wintertagen denn der erneuerbare Strom herkommen, wenn man zugleich die Nachbarländer mit subventionierten Börsenstrompreisen verprellt? Hausbesitzer werden gut beraten sein, Notstromaggregate bereit zu halten, damit bei klirrender Kälte die Öl- oder Gasheizung weiterlaufen kann.
apfelmännchen 28.01.2016
4.
Zitat von KaWeGoe... weil RWE seit dem von Ihr mitunterschriebenen Atomausstieg nichts unternommen hat, um sich mit EE neu und erfolgreich zu positionieren. Die Konzernführung hat 15 Jahre verschlafen ! Mein Mitleid hält sich in Grenzen. RWE ist tot - und das ist gut so ! Es lebe die Energie-Revolution !
RWE hat das in den letzten 15 Jahren das gemacht, was die EE nie schaffen werden: sie haben dafür gesorgt, dass 24/7 preiswerter Strom an den Steckdosen ankommt. Sowas scheint in DE aber nicht mehr gefragt zu sein - man hat damit nur Verluste eingefahren, während der Zappelstrom aus EE fürstlich subventioniert und honoriert wird... Die fällige Hochrechnung: 30% EE haben den Strompreis verdoppelt - tragen aber 0% zur Versorgungssicherheit bei, dürfte bei die meisten Stromkunden irgendwann zum Umdenken in Sachen "Energiewende" bringen. 50ct die Kilowattstunde und mehr + häufige Stromausfälle, besonders im Winter - das werden wir als "Sieg gegen RWE" feiern, wenn man in DE nicht langsam aufwacht und die EE-Mafia entmachtet.
spiegelleser987 28.01.2016
5.
Zitat von KaWeGoe... weil RWE seit dem von Ihr mitunterschriebenen Atomausstieg nichts unternommen hat, um sich mit EE neu und erfolgreich zu positionieren. Die Konzernführung hat 15 Jahre verschlafen ! Mein Mitleid hält sich in Grenzen. RWE ist tot - und das ist gut so ! Es lebe die Energie-Revolution !
Von dem Tochterunternehmen RWE Innogy haben Sie wohl noch nie etwas gehört? Und was meinen Sie mit "RWE ist tot - und das ist gut so !"? Mögen Sie keine Arbeitnehmer? Hartz IV-Empfänger finden Sie offensichtlich viel besser.
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