Aufspaltungspläne RWE spielt eigene Zerschlagung durch

Der Energiekonzern RWE will sich in zwei Teile spalten. An der Börse kommen die Planspiele gut an: Der Aktienkurs schießt steil nach oben.

RWE-Chef Terium: Aufspaltung lange abgelehnt
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RWE-Chef Terium: Aufspaltung lange abgelehnt


Deutschlands zweitgrößter Versorger RWE plant eine Aufspaltung des Konzerns in zwei Teile. Der Vorstand habe beschlossen, die Geschäftsfelder erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer neuen Tochtergesellschaft zu bündeln, teilte RWE am Dienstag in Essen mit. Die Zuständigkeit für die konventionellen Kraftwerke soll dagegen bei RWE bleiben.

Der Aktienkurs Chart zeigen schoss nach Bekanntwerden der Berichte zeitweise um mehr als acht Prozent nach oben.

Die Pläne waren SPIEGEL ONLINE zuvor aus dem Umfeld des Konzerns bestätigt worden. Der Aufsichtsrat soll demnach am 11. Dezember über eine Aufteilung des Konzerns beraten. Ob er die Aufspaltung letztlich genehmigt, ist aber noch unklar. So hätten zum Beispiel die kommunale Aktionäre noch Vorbehalte, sagte ein Insider.

Erste Details über die Pläne gab RWE nun bekannt: Zehn Prozent der neuen Gesellschaft sollen demnach möglichst Ende 2016 im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden. Dies dürfte ein Versuch sein, neue Investoren für den klammen Konzern zu finden.

RWE bleibt nach eigenen Angaben langfristig Mehrheitsaktionär der neuen Gesellschaft und will diese voll in seine Bilanz einbeziehen. Die Haftungsmasse für die Kernkraftwerke werde also nicht verändert, betonte der Konzern. "Wir stehen auch weiterhin zu unserer Verantwortung für die Kernenergie", betonte Terium, vermutlich um Unterstellungen vorzubeugen, dass RWE sich beim Atomausstieg aus der Verantwortung stehlen könnte.

Vor einem Jahr hatte schon E.on-Chef Johannes Teyssen die Aufspaltung von Deutschlands größtem Energieversorger verkündet. Anders als RWE spaltet sich E.on aber komplett auf.

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insgesamt 47 Beiträge
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ykerniz? 01.12.2015
1. Börse honoriert die Sozialisierung der Verluste
Es ist nicht im Geringsten überraschend, dass die Börse die Planspiele honoriert. Es geht um die Sozialisierung der zu erwartenden Verluste aus dem AKW Rückbau und der Endlagerung.
Single Density 01.12.2015
2. Nach Bad Bank kommt also Bad Energy
wie mein Vorredner schon sagte: Hier wird die Sozialisierung der Altlasten vorbereitet.
sunisland 01.12.2015
3. 1+1=2
Bei E.ON hat die Börse auch einen Tag lang gejubelt, als die Aufspaltung bekannt gegeben wurde. Solche Reaktionen sind einfach nur die pure Gier nach schnellem Geld. Tatsächlich ist RWE nicht mehr wert als vorher und das Abdrücken von Altlasten an den Steuerzahler wird nicht funktionieren.
imlattig 01.12.2015
4. da kann man...
nur hoffen, dass die kunden von rwe alle keine produkte von diesem verein kaufen und ihre vertraege kuendigen. das waere auch ein arlamzeichen fuer die anderen energieriesen.
Central Park 01.12.2015
5. Wer schießt wo?
Was geht mir diese faktenbefreite Krawallberichterstattung auf den Senkel. "Der Aktienkurs schießt steil nach oben." Jeder SPON-Nutzer kann man einem Mausklick nachprüfen, dass das nicht der Fall ist. Die Aktie hat bis 13:30 Uhr 4 Prozent und 'was hinterm Komma gemacht. In den letzten Monaten entsprach das bei RWE auch schon mal einem Tagesverlust, wenn Gabriel sich falsch geräuspert hat. Ist Euch das bei SPON nicht langsam peinlich?
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