Energiewende: RWE und E.on geben britische AKW-Pläne auf
Für die Energiekonzerne E.on und RWE ist bald weitgehend Schluss mit Atomkraft. Nach dem erzwungen Ausstieg in Deutschland begraben die beiden Unternehmen nun auch ihre gemeinsamen Pläne für neue Kernkraftwerke in Großbritannien. Entscheidend dürften vor allem die Kosten gewesen sein.
Essen/Düsseldorf - Sie träumten von einer Kernkraft-Renaissance: Bis zu sechs neue Reaktoren wollten die Energieriesen E.on und RWE gemeinsam errichten - und zwar in Großbritannien. Doch nun ist der Traum ausgeträumt. Am Donnerstag gaben die Konzerne ihre Pläne offiziell auf.
Das gemeinsame Konsortium Horizon Nuclear Power solle verkauft werden, teilten E.on und RWE mit. Zur Begründung verwiesen sie unter anderem auf die hohen Kosten der Projekte.
Die Energieriesen hatten 2009 angekündigt, in Großbritannien mehrere Meiler zu errichten. Doch nach dem beschleunigten Atomausstieg in Deutschland mit dem Aus für gewinnbringende Atomkraftwerke etwa in Biblis und Unterweser sitzt das Geld nicht mehr so locker. "Der Rückzug von E.on und RWE ist sehr enttäuschend", sagt der britische Energieminister Charles Hendry.
"Es ist weiterhin attraktiv - nur nicht für uns"
E.on-Vorstandschef Johannes Teyssen begründete den Rückzug strategisch: "Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Investitionen in Erneuerbare, dezentrale Erzeugung und Energieeffizienz attraktiver sind - für uns ebenso wie für unsere britischen Kunden", sagte Teyssen dem "Handelsblatt".
Bei der Entscheidung in Großbritannien sei es nicht um die Frage gegangen, ob sich die Investitionen in neue Kernkraftwerke am Ende rechnen, sagte Teyssen. Das dürfte weiterhin der Fall sein. E.on habe aber für sich entschieden, dass der Konzern die für Großbritannien zur Verfügung stehenden Investitionsmittel sinnvoller einsetzen könne. "Es ist weiterhin attraktiv - nur nicht für uns", sagte Teyssen.
Seit der Gründung von Horizon hätten sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändert, erklärte die britische RWE-Tochter npower. Infolge der Wirtschaftskrise sei Kapital für Großprojekte knapp geworden. Das gelte vor allem für AKW-Neubauten, die lange Vorlauf- und Amortisationszeiten hätten. Der beschleunigte Atomausstieg in Deutschland habe den Spielraum eingeschränkt.
E.on verfolgt nach eigenen Angaben derzeit noch ein AKW-Projekt in Finnland, an dem es über ein Konsortium beteiligt ist. Bislang sei noch keine Investitionsentscheidung gefallen, sagte ein Sprecher.
Bei RWE
gibt es nach dem Aus in Großbritannien dagegen keine Atomprojekte mehr. Zuletzt war der Essener Konzern aus Projekten in Bulgarien und Rumänien ausgestiegen. An einem AKW-Neubau Borssele II in den Niederlanden hat RWE nach Angaben des künftigen Vorstandsvorsitzenden Peter Terium derzeit auch kein Interesse.
stk/Reuters/dpa/AFX/dapd
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- Donnerstag, 29.03.2012 – 17:36 Uhr
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Zur Kernspaltung werden nicht abgebremste, sondern schnelle Neutronen verwendet, weshalb auch vom "schnellen Reaktor" die Rede ist. Da sie allerdings mit geringerer Wahrscheinlichkeit neue Kernspaltungen auslösen, muss das Spaltmaterial im Vergleich zum thermischen Reaktor höher konzentriert werden - was wiederum dazu führt, dass es im Inneren von Brutreaktoren heißer wird als etwa in Leichtwasserreaktoren. Deshalb wird als Kühlmittel auch nicht Wasser, sondern in der Regel flüssiges Natrium verwendet.
Dies führt gemeinsam mit der enorm hohen Giftigkeit von Plutonium zu großen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Brutreaktoren. Hinzu kommt das zusätzliche Risiko der Transporte von strahlendem Material zwischen den Schnellen Brütern, Aufbereitungsanlagen und thermischen Reaktoren.

Terroristen müssten stattdessen zum technisch weit anspruchsvolleren Implosionsprinzip greifen: Um eine Kugel aus spaltbarem Material sind mehrere Schichten Sprengstoff angeordnet. Die Explosionsenergie komprimiert das Plutonium so stark, dass die erforderliche Dichte erreicht und die Kettenreaktion eingeleitet wird.
Ob Plutoniumdioxid aus einem Kernreaktor für eine solche Bombe geeignet wäre, hängt von mehreren Faktoren ab. "Für die Qualität für die Waffennutzung ist es zum Beispiel wichtig, wie lange der Brennstoff im Reaktor war", sagt der deutsche Atomexperte Egbert Kankeleit. Im Grunde müssten die Terroristen in der Lage sein, das Pulver in Plutoniummetall umzuwandeln. "Wer die entsprechenden chemischen Kenntnisse hat, kann das schaffen." Die größere technische Hürde sieht Kankeleit in der Konstruktion einer Implosionsbombe. "Aber wenn man Hilfe von der richtigen Seite bekommt, etwa aus Pakistan, wäre auch das kein Problem.
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