Abbau von 3000 Stellen RWE plant Jobkahlschlag in Kraftwerkssparte

Der kriselnde Energieriese RWE will offenbar im großen Stil Arbeitsplätze in seinen Kraftwerken abbauen. Übereinstimmenden Zeitungsberichten zufolge sollen 3000 Stellen wegfallen. Zudem plant der Konzern Nullrunden bei den Löhnen - die Gewerkschaft reagiert aufgebracht.

RWE-Zentrale in Essen: Künftig deutlich weniger Mitarbeiter
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RWE-Zentrale in Essen: Künftig deutlich weniger Mitarbeiter


Düsseldorf - Bei RWE werden erste Details des umfangreichen Sparprogramms bekannt. Der Energiekonzern will offenbar rund 3000 Stellen in seiner Kraftwerkssparte abbauen. Mit den Einschnitten reagiere das Unternehmen auf den drastischen Preisverfall an den Strombörsen, berichteten das "Handelsblatt" und die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ("WAZ") übereinstimmend. RWE wollte die Berichte auf Anfrage von dpa nicht kommentieren.

RWE Chart zeigen will beim Personalabbau laut "WAZ" ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Der Konzern setze vor allem auf Altersteilzeitmodelle. Allerdings habe der Vorstand den Sozialplan noch nicht abgesegnet, der zwischen den Arbeitnehmervertretern und dem Management der Sparte ausgearbeitet worden sei, berichtet das "Handelsblatt".

Der SPIEGEL hatte in seiner jüngsten Ausgabe über erhebliche Probleme von RWE berichtet. So kletterte die Verschuldung des Konzerns auf ein bedenkliches Ausmaß, die Nettoschulden übersteigen das Eigenkapital inzwischen um das Zweieinhalbfache. RWE-Chef Peter Terium will mit einem umfassenden Sparprogramm reagieren: massiver Stellenabbau, Verkauf von Unternehmensteilen und weniger Dividende für die Aktionäre. Auch die Ökostromsparte Innogy soll deutlich gestutzt werden.

Die Kraftwerkssparte des Essener Energieriesen leidet unter dem durch Überkapazitäten ausgelösten drastischen Verfall der Preise im Stromgroßhandel. Finanzvorstand Bernhard Günther hatte bereits im August davon gesprochen, dass das Unternehmen "künftig deutlich weniger Mitarbeiter" beschäftigen werde.

Zudem sollen auch die Mitarbeiter belastet werden, die bleiben dürfen. Der WAZ zufolge strebt das RWE-Management eine dreijährige Nullrunde bei den Löhnen und Gehältern an. Auch dazu wollte der Konzern nicht Stellung nehmen. Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) reagierte aufgebracht. In einer Erklärung teilte sie mit, eine "Nullrunde kommt nicht in die Tüte".

fdi/dpa

insgesamt 137 Beiträge
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spiegkom 19.09.2013
1. Die Gewerkschaften?
Die fanden doch die Energiewende so toll, oder? Jetzt wundern die sich über Stellenabbau.
the_rover 19.09.2013
2. Folge der
War doch klar! Oder hat irgendjemand geglaubt, dass Kraftwerksmitarbeiter ihren Job behalten, wenn Kraftwerke durch Windräder/Biogasanlagen/Solarparks/kraftwärmegekoppelte Blockheizkraftwerke/etc. ersetzt werden? Im Übrigen sind im Bereich "erneuerbare Energien" jede Menge Arbeitsplätze entstanden. Oder besser gesagt, dortin verlagert worden.
gsm900 19.09.2013
3. Dumm gelaufen Genossen
Zitat von sysopDPADer kriselnde Energieriese RWE will offenbar im großen Stil Arbeitsplätze in seinen Kraftwerken abbauen. Übereinstimmenden Zeitungsberichten zufolge sollen 3000 Stellen wegfallen. Zudem plant der Konzern Nullrunden bei den Löhnen - die Gewerkschaft reagiert aufgebracht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rwe-will-in-kraftwerkssparte-3000-stellen-abbauen-a-923288.html
erst den Atomausstieg und die Energiewende forcieren und dann über Jobverluslte in der Branche jammern. Lief ja so ähnlich mit Friedenspolitik und dem Stellenabbau bei den Streitkräften.
Knack5401 19.09.2013
4. 8,5 Milliarden Euro,
soviel Dividende hat RWE in den paar Jahren seit seit 2008 ausgeschüttet. Her mit der Rekommunalisierung.
braman 19.09.2013
5. Jobkahlschlag
Wie ist es möglich, das ein Konzern der 2,5x soviel Verbindlichkeiten haben wie Eigenkapital, seit Jahren Milliarden an Dividenden (7 - 9% vom Aktienkurs) an die Anteilseigner ausschüttet? Jetzt aber soll die Belegschaft, also die, die diesen Konzern durch ihre Arbeit am Leben halten, auf Einkommen und zum Teil auf ihren Arbeitsplatz verzichten um Kosten zu sparen. Wie kann eine Dividende an Aktionäre gezahlt werden wenn, unter Berücksichtigung der Schulden, eigentlich gar kein Gewinn erwirtschaftet wird?
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