Schuldenabbau RWE will Kohlekraftwerke an Finanzinvestoren verkaufen

Der Energiekonzern RWE erwägt wegen seiner hohen Schulden offenbar, seine Kohlekraftwerke an Finanzinvestoren zu verkaufen. Das Unternehmen sondiert der "Wirtschaftswoche" zufolge bereits den Markt. Die Rahmenbedingungen machen einen Kauf allerdings wenig attraktiv.

RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath: Verkauf an Finanzinvestoren?
DPA

RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath: Verkauf an Finanzinvestoren?


Essen/Düsseldorf - Angesichts seiner enorm hohen Schulden erwägt der Energiekonzern RWE laut einem Pressebericht den Verkauf von Kohlekraftwerken an Finanzinvestoren. Das Unternehmen beschäftige sich damit, um Geld in die Kasse zu bekommen, zitiert die "Wirtschaftswoche" einen RWE-Insider. RWE sondiere in der Finanzbranche die Meinung möglicher Investoren. Der Konzern wollte das nicht kommentieren.

Ein Einstieg für Investoren gilt derzeit allerdings als wenig attraktiv, da viele Kraftwerke wegen des Verfalls der Preise an der Strombörse kaum noch Geld verdienen. Das könnte sich ändern, wenn die Kapazitäten verknappt und Vergütungen dafür bezahlt würden, dass sich mit den Anlagen die Stromversorgung stabilisieren lässt.

RWE braucht angesichts von 35 Milliarden Euro Schulden und sinkenden Erträgen dringend Geld. Bislang hatte der Konzern mit dem Verkauf von Unternehmensteilen wenig Erfolg. So stößt etwa die Öl- und Gasfördertochter Dea dem Vernehmen nach bislang auf wenig Interesse. Um zu sparen, wird die Dividende für dieses Jahr halbiert. Zudem will der Konzern mehr Stellen streichen.

Am Wochenende hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, dass RWE sich auch von seinen beiden Spezialschiffen zur Errichtung von Meereswindparks trennen will. Der Verkaufsprozess sei angelaufen, berichtete die "FAZ". Der Auftragswert im Jahr 2009 habe bei 100 Millionen Euro je Offshore-Schiff gelegen, hieß es. Seinerzeit seien die mehr als 100 Meter langen Installationsschiffe "ein wesentlicher Flaschenhals im Offshore-Markt" gewesen. Inzwischen gebe es aber ausreichend solches Gerät. Nach Angaben einer RWE-Sprecherin sollen die beiden Schiffe zusammen mit der entsprechenden Betriebsgesellschaft verkauft werden.

nck/dpa

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diplommaurer 23.09.2013
1. Uns geht es noch zu gut
Wir bezahlen horrende Preise für Strom aus Wind und Sonne. Aus der für uns Alle teuren Solarblase geht mittlerweile die Luft raus, das vor Jahren gepriesene Jobwunder hat sich als Flopp entpuppt. Wir persönlich und der größte Teil der Arbeitgeber bezahlen viel für unseren Strom, damit nun eigentlich gesunde Arbeitsplätze kaputt gehen, die uns günstigeren Strom hätten liefern können. Die Steuereinnahmen aus diesen gesunden Jobs sind auch weg. Was für ein Wahnsinn. Wie kann man eigentlich Lobbyist für Erneuerbare werden. Für die lohnt es sich wenigstens.
pepe_sargnagel 23.09.2013
2.
Zitat von sysopDPADer Energiekonzern RWE erwägt wegen seiner hohen Schulden offenbar seine Kohlekraftwerke an Finanzinvestoren zu verkaufen. Das Unternehmen sondiert der "Wirtschaftswoche" zufolge bereits den Markt. Die Rahmenbedingungen machen einen Kauf allerdings wenig attraktiv. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rwe-will-wegen-schulden-kohlekraftwerke-an-finanzinvestoren-verkaufen-a-923858.html
Ein kleines Problem dürfte sein, dass Finanzinvestoren nur gewinnträchtige Kraftwerke kaufen wollen. Wenn RWE diese verkauft oder verkaufen muss, dann schwächt das deren eigene Situation. Und das bei den vielen Schulden - ein Unternehmen zeigt also, wo exzessive Verschuldung hinführen kann. Es führt in die direkte Abhängigkeit (von Geldgebern) und ein Diktat (die Geldgeber bestimmen) von Aussen. Das kann wie bei Karstadt dazu führen, dass die Filetstücke herausgelöst werden und dann das Geschäftsmodell für die Zukunft eigentlich schon gescheitert ist! Das Unternehmen darbt zwar noch ein Weilchen vor sich hin, aber wie will es denn dann noch Gewinne erzielen? Man kann nur hoffen, dass eine solche Entwicklung sich nicht auch bei den Staaten herauskristallisiert. Die Staaten können ja auch nur die Filetstücke privatisieren. Die anderen "Draufzahlgeschäfte" darf ja der Bürger subventionieren. Man sollte deswegen entscheiden, was man zu 100% behalten oder zu 100% veräußern möchte. Ich sehe hier bspw. ein Problem in Griechenland: Invetoren wollen natürlich die gewinnträchtigen Staatsunternehmen - und die anderen bleiben übrig. Wie sollen die Schulden von GR dann dauerhaft niedrig bleiben, wenn nur einmalige Verkaufserlöse erzielt werden, diese an Privatbanken und Gläubiger bezahlt werden müssen und dann in Zukunft die Gewinne dieser Unternehmen wegfallen? Das wird schwierig!
robin77 23.09.2013
3.
Zitat von sysopDPADer Energiekonzern RWE erwägt wegen seiner hohen Schulden offenbar seine Kohlekraftwerke an Finanzinvestoren zu verkaufen. Das Unternehmen sondiert der "Wirtschaftswoche" zufolge bereits den Markt. Die Rahmenbedingungen machen einen Kauf allerdings wenig attraktiv. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rwe-will-wegen-schulden-kohlekraftwerke-an-finanzinvestoren-verkaufen-a-923858.html
Wer zu spät kommt, den betraft das Leben. Die dachten auch, mit ihrem Einfluss auf die Politik (CDUSPDFDP) die Herren der Welt zu sein. Die Rechnung für Starrsinn und Grössenwahn bezahlen jetzt die Angestellten.
mundusvultdecipi 23.09.2013
4. Diesen..
Zitat von robin77Wer zu spät kommt, den betraft das Leben. Die dachten auch, mit ihrem Einfluss auf die Politik (CDUSPDFDP) die Herren der Welt zu sein. Die Rechnung für Starrsinn und Grössenwahn bezahlen jetzt die Angestellten.
...Anfang vom Ende hat RWE vor allem seinem Ex Vorstand Grossmann zu verdanken.Ein Mann ohne Visionen,der viel zu lange an der Atom Energie festgehalten hat und die Zeichen der Zeit nie gesehen und verstanden hat und dafür auch noch mit 9(!)Millionen p.a. vergütet wurde.Unfassbar!
thorsten.brandt.et 23.09.2013
5. steag
am ende könnte es auch so aussehen : rwe verkauftdie neueren (ab 80-er jahre ) steinkohleblöcke (in D 2,5 blöcke - bergkamen gehört schon in teilen steag) sowie braunkohleblöcke (niederaussem, neurath, weisweiler >= 600mw) für ca. 10 mrd an die steag und damit an die kommunen und legt dann in diesem zu die alten blöcke aus den 60-er jahren still. gleichzeitig würde der braunkohletagebau in inden/hambach/garzweiler wieder in die öffentliche had gehen. personelles konsolidierungspotential 5000+. es wird ehedem passieren - also warum nicht so - am ende bleibt ein westdeutscher kohleverdstromer in hand der stadtwerke - rwe wäre dann in D aus der kohle ausgestiegen, eon hat perspektivisch noch 2-3 blöcke (je nachdem was mit datteln passiert) - ähnlich sieht es mit enbw aus - und bei vattenfall kann man wohl damit rechnen, dass deren ostdeutsche kraftwerke irgendann richtung tschechien verkauft werden - mögen die tschechen dann mit ihrer kohle- und kernkraftpolitik glücklich werden - auch wenn man glauben könnte, dass ihnen dann bei der "export"-positionierung nach und in D ziemlich kalter politischer wind entgegenwehen wird. politisch betrachtet wäre das eine ziemlich saubere konsolidierung der kohlekraftwerksbranche mit einem restbestand an ziemlich modernen kraftwerken von denen dann die 80-er jahre blöcke ebenfalls bis 2025/30 vom netz gehen könnten - politisch gewollt und damit über die steag gefördert ... das wäre wohl aktiv betriebene energiewende ...
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