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Billigflieger: Ryanair trotz hoher Verluste an der Börse gefragt

Ryanair-Chef O'Leary: Image-Kampagne zahlt sich langsam aus Zur Großansicht
AFP

Ryanair-Chef O'Leary: Image-Kampagne zahlt sich langsam aus

Der Preiskampf in Europas Luftfahrt hat Ryanair überraschend tief in die roten Zahlen gedrückt. Der irische Billigflieger verzeichnet im vergangenen Quartal mit einem Verlust von 35,2 Millionen Euro den schlechtesten Wert seit 2008. Trotzdem stieg die Aktie um rund sechs Prozent.

Hamburg/Dublin - Die europäischen Fluggesellschaften liefern sich eine harte Konkurrenzschlacht. Doch Europas größter Billigflieger Ryanair blickt optimistisch in die Zukunft. Der intensive Preiskampf schwäche sich ab, teilte der irische Konzern mit. Trotz schlechter Zahlen im traditionell schwachen dritten Geschäftsquartal bis Ende Dezember beflügelt die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die Gewinnzone am Montag die Aktien der Airline.

Die Papiere von Ryanair Chart zeigen stiegen zur Eröffnung der Börse Dublin um 6,1 Prozent auf 6,70 Euro. Die Airline hatte für das abgelaufene Quartal zwar den größten Verlust seit fünf Jahren bekanntgegeben, gleichzeitig aber betont, dass die Buchungszahlen anzögen. Im Schlepptau der Ryanair-Rally legte Erzrivale EasyJet 0,8 Prozent zu.

Ryanair war im dritten Quartal überraschend tief in den roten Zahlen gelandet: Der Konzern meldete einen Verlust von 35,2 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 18,1 Millionen Euro eingeflogen. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März peilt Ryanair-Chef Michael O'Leary dennoch weiterhin einen Gewinn von 500 bis 520 Millionen Euro an.

In den drei Monaten bis Ende Dezember hatte Ryanair die Kunden mit billigeren Tickets geködert. Die Zahl der Fluggäste wuchs im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 18,3 Millionen. Der Umsatz blieb mit 964 Millionen Euro jedoch nur knapp stabil, da die Flugtickets im Schnitt neun Prozent günstiger verkauft wurden. Zudem stiegen die Treibstoffkosten um knapp ein Zehntel auf fast 455 Millionen Euro, auch das schwache Pfund drückte aufs Ergebnis.

Für den Start des kommenden Geschäftsjahrs ab Anfang April zeigte sich O'Leary allerdings zuversichtlich. So hätten bereits mehr Kunden Tickets gebucht als ein Jahr zuvor, selbst wenn man den Effekt des späten Ostertermins 2014 herausrechne. Zugleich zahle sich die Image-Kampagne langsam aus.

Im Oktober 2013 war O'Leary beim Kurznachrichtendienst Twitter mit Kritik am Service der Airline und Beschimpfungen überschüttet worden. Im Januar waren Passagiere durch einen unplanmäßigen Zwischenstopp so verärgert, dass sie ausfällig wurden.

bos/dpa/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Geschäft auf Kosten der Steuerzahler
Gluehweintrinker 03.02.2014
Hoffentlich hat der Billighype mit Ryanair bald ein Ende. spätestens mit dem Auslaufen der Millionensubventionen an deutsche Provinzflughäfen hat auch das Modell Billigflug ausgedient. EU... bleib dran bitte! Keine Unterstützung mehr für Hahn, Weeze, Kassel-Calden!
2.
susiwolf 03.02.2014
Hätte nun die Einführung einer WC-Gebühr, eines Familientickets oder die Diskussion über Stehplätze die D e l l e verhindern können ? Der Verlust im III. Quartal von 35.200.000 € wird jedenfalls den Aufwärtstrend nicht stoppen - eher verlangsamen. O'Leary wird auch zukünftig in die Kameras grinsen können. 'Fly high - pay low' mit nachprüfbarer Pünktlichkeit lässt Kunden immer wieder buchen und Papiere sind (ergo) gut angelegt. Eine halbe Milliarde Euro für's neue Geschäftsjahr ? Da müssten nun doch auch die Rubbellose und deren Chancen auf Gewinn profitieren ... ;-) Schlussfrage: W-o wird nun investiert ?
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