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Billigflieger

Deutsche Ryanair-Piloten wollen am Mittwoch erneut streiken

Streik bei Europas größtem Billigflieger: Ab Mittwoch wollen die Ryanair-Piloten für 24 Stunden die Arbeit niederlegen.

REUTERS

Ryanair-Maschine

Montag, 10.09.2018   20:41 Uhr

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Passagiere des Billigfliegers Ryanair müssen sich wieder auf Pilotenstreiks einrichten. Die Vereinigung Cockpit (VC) hat die etwa 400 in Deutschland stationierten Kapitäne und Co-Piloten für diesen Mittwoch zu einem erneuten 24-Stunden-Streik aufgerufen. Anders als bei der vormaligen Streikwelle am 10. August wurde das Flugprogramm der in Deutschland stationierten Flugzeuge jedoch zunächst nicht abgesagt.

Wie beim ersten Arbeitskampf Mitte August geht es erneut um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der bislang ohne Tarifvertrag fliegenden Piloten des größten Billigfliegers in Europa. Parallel rief die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di rund tausend Flugbegleiter von Ryanair in Deutschland ebenfalls für Mittwoch zum Streik auf.

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Zwischenzeitlich hat das Unternehmen mit den nationalen Pilotengewerkschaften in Italien und Irland separate Abschlüsse vereinbart, die aber der deutschen VC offenkundig nicht ausreichen. Die Einigungen könnten nicht als Blaupause für eine Lösung in Deutschland dienen, teilte die VC mit. In Irland sei noch keine Vereinbarung über Vergütung und allgemeine Arbeitsbedingungen geschlossen worden. Selbst neue Streiks seien dort noch denkbar. In Italien seien strukturelle Fragen bei Arbeitszeit und Vergütung "unzureichend geregelt".

Die Parteien konnten sich auch nicht auf einen Schlichter einigen, wie es Ryanair zur Konfliktlösung vorgeschlagen hatte. Laut VC beharrte das Management auf einem Mediator aus Irland, der nicht über die für Deutschland notwendigen Rechtskenntnisse verfüge.

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Umgekehrt habe Ryanair mehrere von der VC vorgeschlagene Schlichter abgelehnt. "Ryanair will mit ihrem Vorschlag offenbar ein Tarifdiktat durch die Hintertür erreichen. Das ist mit uns nicht zu machen", teilte VC-Tarifvorstand Ingolf Schumacher mit.

Bei Streik im August etwa 400 Verbindungen abgesagt

Am 10. August hatten die deutschen Piloten gemeinsam mit Kollegen aus den Niederlanden, Belgien und Schweden die Arbeit niedergelegt. Die Airline hatte in der Folge etwa 400 Verbindungen abgesagt, rund ein Sechstel des für diesen Tag geplanten Europa-Programms. Betroffen waren rund 55.000 Passagiere. Ein Drittel der Flüge in Deutschland konnte damals stattfinden, weil die Maschinen aus dem nicht bestreikten europäischen Ausland gekommen waren. Auch die österreichische Laudamotion musste damals eine Reihe von Flügen absagen, da sie auf Leihmaschinen von Ryanair angewiesen ist.

Gewerkschaften und Ryanair beschuldigen sich bislang gegenseitig, die seit dem Winter laufenden Verhandlungen zu blockieren. Die VC will bei der Airline erstmals ein System aus Vergütungs- und Manteltarifvertrag etablieren und zieht zum Vergleich Konkurrenten wie beispielsweise die TUIfly heran.

Ryanair verweist auf günstige Arbeitszeitraster und hohe Endgehälter ihrer Kapitäne und Co-Piloten, die über dem Niveau von Eurowings oder Norwegian lägen. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben keine Vereinbarungen treffen, die das Niedrigkostenkonzept infrage stellen.

Auch Flugbegleiter streiken

Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde für die Flugbegleiter am 5. September ohne Ergebnis verlaufen sei, "ruft Ver.di die Beschäftigten ebenfalls zum Arbeitskampf auf, um Druck auf die Arbeitgeber zu machen", teilte die Gewerkschaft mit.

Ein bislang vorliegendes Entgeltangebot nannte Ver.di indiskutabel. "Es sieht für die Jahre 2018 und 2021 keine Erhöhungen vor, für 2019 die Umwandlung einer bestehenden Leistungsprämie sowie eine Erhöhung pro Flugstunde um lediglich 50 Cent und eine Erhöhung der Entgelte in 2020 um 41 Euro pro Monat", heißt es in der Mitteilung.

Ver.di verlange "eine substanzielle Entgeltsteigerung, die das Einkommen für alle Beschäftigten existenzsicher und planbar macht. Dazu gehören unter anderem die Einführung eines Basisgehaltes für alle Flugbegleiter und die Erhöhung dieses Gehaltes."

Im Video: Kampf der Billigflieger

cop/dpa

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