Tarifstreit bei Ryanair Einigung mit Gewerkschaften soll bis Weihnachten stehen

Der Billigflieger Ryanair muss den ersten Gewinnrückgang seit Jahren verdauen - auch wegen der andauernden Streiks. Firmenchef O'Leary verspricht nun eine Einigung bis Weihnachten.

Ryanair-Flugzeug
REUTERS

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Ryanair-Chef Micheal O'Leary will im andauernden Streit mit den deutschen Gewerkschaften noch vor Weihnachten eine Einigung erzielen. Das erklärte O'Leary bei der Präsentation der Quartalszahlen. "Wir erwarten in den kommenden Wochen keine Streiks, sie können aber auch nicht ausgeschlossen werden", sagte der Firmenchef.

Ryanair wird seit Monaten in ganz Europa mit Streiks überzogen. Die Gewerkschaften werfen der Billigflug-Airline vor, den Mitarbeitern lokale Verträge zu verwehren und damit nationales Arbeitsrecht zu umgehen. Ryanair teilte dagegen mit, dass man sich an das in der Europäischen Union geltende Arbeitsrecht halte.

Die andauernden Streitigkeiten haben in Deutschland mittlerweile auch die Bundespolitik auf den Plan gerufen. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte zuletzt angekündigt, ein entsprechendes Gesetz ändern zu wollen, das Flugbegleitern bisher die Gründung eines Betriebsrates verbietet.

Unterdessen schlagen die Streiks auch auf das Unternehmensergebnis durch. Bei den jüngsten Quartalszahlen musste Ryanair erstmals seit fünf Jahren einen Gewinnrückgang vermelden: Der Gewinn fiel um sieben Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Neben den Streiks machen der Fluggesellschaft hohe Kerosinpreise und sinkende Ticketpreise zu schaffen.

O'Leary zeigte sich dennoch zuversichtlich, keine weiteren Ryanair-Standorte schließen oder verkleinern zu müssen. "Das kann aber nicht ausgeschlossen werden, wenn die Ölpreise weiter steigen und die Ticketpreise weiter sinken", sagte O'Leary.

Anfang Oktober hatte Ryanair die Schließung des Standortes Bremen und eine Verkleinerung des Standortes Weeze in Nordrhein-Westfalen mit Verweis auf die Streiks im November bekanntgegeben. Die Gewerkschaft Ver.di hatte dies als "Vergeltungsschlag" auf vorangegangen Streiks an den Standorten gewertet.

Im Video: Kampf der Billigflieger

fek/rtr



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