Wirtschaft

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Billigfluglinie Ryanair

EuGH verbietet Trickserei beim Arbeitsrecht

Die Billigfluglinie Ryanair muss künftig akzeptieren, dass Mitarbeiter in ihrem jeweiligen Land für ihre Arbeitsrechte vor Gericht ziehen. Die Bedingungen für die deutsche Belegschaft könnten sich dadurch verbessern.

AFP

Ryanair-Maschine

Donnerstag, 14.09.2017   14:32 Uhr

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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Ryanair dazu verurteilt, Klagen von Mitarbeitern in deren jeweiligen Land zu akzeptieren, anstatt solche Streits vor irischen Gerichten auszutragen.

Hintergrund ist, dass im Jahr 2011 sechs Arbeitnehmer in Belgien vor Gericht für ihre Rechte kämpften. Ryanair ist eine Gesellschaft irischen Rechts mit Sitz in Irland. Bislang wollte das Unternehmen Rechtsstreits mit Mitarbeitern aus anderen EU-Ländern in Irland ausfechten. Der EuGH hat das nun unterbunden - was auch Folgen für deutsche Mitarbeiter der Fluglinie haben könnte.

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"Dies ist ein guter Tag für Europas Passagierluftfahrt und ihre Beschäftigten", sagte Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Damit könne in Zukunft auch das deutsche Arbeitsrecht nicht mehr unterlaufen werden.

Dass Ryanair heute die größte Fluglinie Europas sei, basiere unter anderem auf der Scheinselbstständigkeit von Piloten sowie auf schlechten Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter, sagte Behle.

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Die Aktien der Fluglinie verloren nach Verkündigung des Urteils bis zu 4,4 Prozent an Wert. Analysten rechnen mit Kostensteigerungen. Firmenchef Michael O'Leary beteuerte dagegen vor Journalisten, die Arbeitskosten würden durch das Urteil um "keinen Cent" steigen.

Das Unternehmen teilte mit, dass der EuGH lediglich zusätzliche Richtlinien dazu erlassen habe, in welchen Landesgerichten Streitigkeiten über international arbeitendes Flugpersonal angehört werden. Das habe keinerlei Auswirkung auf die Regeln bezüglich dessen, welche länderspezifischen Arbeitsgesetze Anwendung finden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß, das EuGH-Urteil zwinge Ryanair nationale Arbeitsgesetze zu akzeptieren. Tatsächlich geht es darum, Gerichtsprozesse in den jeweiligen Ländern zu führen. Wir haben den Fehler korrigiert.

ssu

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