Kooperation deutscher Fluglinien Ryanair will gegen Lufthansa und Air Berlin juristisch vorgehen

Im hart umkämpften europäischen Airline-Markt stößt die Allianz von Lufthansa und Air Berlin Konkurrenten sauer auf. Ryanair-Chef Michael O'Leary will sie rechtlich angreifen.

Heckflosse mit dem Ryanair-Logo (r.) neben dem Logo der Fluglinie Lufthansa
DPA

Heckflosse mit dem Ryanair-Logo (r.) neben dem Logo der Fluglinie Lufthansa


Michael O'Leary ist berühmt für seine harschen Kommentare. Der Bund des deutschen Marktführers Lufthansa mit dem strauchelnden Billigflieger Air Berlin bringt Ryanair nun auf die Palme. "Im Rest der Welt gilt bei einem Monopol: Wenn es aussieht, heult und stinkt wie ein Wolf, ist es ein Wolf. Nur in Deutschland ist es ein Häschen", sagte er der Wirtschaftswoche. Er wolle juristisch gegen die Kooperation von Lufthansa und Air Berlin vorgehen.

"Wir reichen Beschwerden bei der EU und dem Kartellamt ein", sagte der Chef von Europas größtem Billigflieger. Den Ausbau der Lufthansa-Billigtochter Eurowings, die große Teile von Air Berlin unter ihre Kontrolle bringt, bezeichnete O'Leary als "eine Übernahme mit dem Ziel der Marktbeherrschung. Die Lufthansa kontrolliert die Kapazitäten ihres wichtigsten Wettbewerbers, setzt die Preise und entscheidet, wo die Flugzeuge starten."

Mit Blick auf die Allianz kritisierte O'Leary vor allem das Bundeskartellamt. "Die deutschen Behörden tun nichts." Die Kartellwächter hatten der Lufthansa im Januar genehmigt, 38 Flugzeuge der in die Krise geratenen Air Berlin zu übernehmen. Dadurch kann die Lufthansa-Billigtochter Eurowings expandieren. Beim Kartellamt war Ryanair bereits gegen diese Pläne vorgegangen. Doch das Amt betonte, die Vereinbarung sei anders zu bewerten als eine Übernahme des gesamten Unternehmens.

kig



insgesamt 40 Beiträge
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LUAP 23.02.2017
1. Krokodilstränen von Ryanair...
auf der einen Seite mehr als fragwürdige Auslegungen der Pilotenverträge etc an den Tag legen, auf der anderen Seite ebenso fragwürdige Nebelkerzen des Wettbewerbs so energisch einforder. Wer im Glashaus sitzt....
micromiller 23.02.2017
2. O'Leary sieht das richtig
Nur wird er wenig Chancen haben, das Häschen ist doppelt und dreifach vernetzt und da kennen die Behörden nichts.... Das Drama ist eigentlich das komplett unfähige Management von Air Berlin, warum gelingt es einem Herrn O'Leary eine erfolgreiche Billigairline aufzubauen und die Air Berlin Manager taumeln von einer Fehlleistung in die nächste? Es muss doch möglich sein einen fähigen Mann auf dem Glibus zu finden, der die Air Berlin erfolgreich führt!
tpro 23.02.2017
3.
"...Ryanair-Chef Michael O'Leary will ihn rechtlich angreifen..." Vielleicht hat er plötzlich erkannt, daß Kunden erkennen könnten, daß nicht nur ein billiges Ticket zählt.
Schweineschnitzel0815 23.02.2017
4. Kartellamt?
Ach was, wir haben ein Kartellamt? Na so was... Das "Amt" regelt wohl auch, dass die Spritpreise bundesweit morgens 8-10 Cent teurer sind als abends- oder ? Die "Behörde" gehört abgeschafft.
enfield 23.02.2017
5. Nun ja...
Zitat von micromillerNur wird er wenig Chancen haben, das Häschen ist doppelt und dreifach vernetzt und da kennen die Behörden nichts.... Das Drama ist eigentlich das komplett unfähige Management von Air Berlin, warum gelingt es einem Herrn O'Leary eine erfolgreiche Billigairline aufzubauen und die Air Berlin Manager taumeln von einer Fehlleistung in die nächste? Es muss doch möglich sein einen fähigen Mann auf dem Glibus zu finden, der die Air Berlin erfolgreich führt!
offensichtlich gelingt es ihm auch durch Ausbeutung von Arbeitnehmern und grenzwertiges Geschäftsgebaren, was für ein deutsches Unternehmen in Deutschland aus diversen Gründen nicht so funktionieren mag. In der Sache haben Sie und O'Leary natürlich klar recht. Ich finde aber ein bisserl protektionistische Haltung hier garnicht verkehrt...es geht schließlich nicht um die billigsten Flugtickets für alle als Menschenrecht sondern um ein Mindestmaß an gebremsten Kapitalismus bzw. sozialer Marktwirtschaft. Vor der EU wird O'Leary sicher letztendlich recht bekommen (und das ist wohl auch gut so) aber so lange kann man nochmal mauern. Machen andere Staaten auch so und solange sowas wohldosiert stattfindet, habe ich zumindest kein Mitleid mit O'Leary und RyanAir und da ich parteiisch bin (deutscher) pfeife ich auch auf Fairness in diesem Fall ;-)
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