Ryanair Piloten brechen Tarifgespräche ab - Streik droht

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ihre Tarifverhandlungen mit Ryanair abgebrochen. Passagiere des Billigfliegers in Deutschland müssen sich von August an auf Streiks gefasst machen.

Ryanair-Schalter
DPA

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Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Tarifverhandlungen mit dem irischen Billigflieger Ryanair abgebrochen. Die Unternehmensvertreter hätten sich in den Verhandlungen extrem unkooperativ gezeigt und seien zuletzt nicht mehr zu vereinbarten Gesprächsterminen erschienen, sagte ein Sprecher der VC. Nun droht ein Streik an den deutschen Basen des größten europäischen Billigfliegers.

Die VC erklärte die Tarifverhandlungen mit Ryanair am Dienstag für gescheitert. Zuerst hatte das Portal "airliners.de" berichtet. Die irische Gewerkschaft IALPA hatte bereits zuvor ihre Tarifverhandlungen mit der Fluggesellschaft abgebrochen. Nun droht ein koordinierter Streik an den deutschen und irischen Standorten des Billigfliegers. Das Unternehmen äußerte sich nicht zu dem Konflikt.

In einer Urabstimmung sollen die Gewerkschaftsmitglieder unter den etwa 400 in Deutschland stationierten Ryanair-Piloten nun über einen "längeren Streik" abstimmen, schrieb die Tarifkommission. Diese Abstimmung solle bis Ende Juli abgeschlossen sein, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Die irischen Piloten haben eine entsprechende Urabstimmung bereits begonnen und wollen diese bis zum 3. Juli abschließen.

Ob Piloten aus weiteren Ländern sich dem Streik anschließen, blieb offen. Die nationalen Gewerkschaften stehen in Kontakt und wollen gemeinsame europäische Regelungen erreichen.

Ryanair ist mit etwa 430 Flugzeugen, 130 Millionen Passagieren pro Jahr und mehr als 4000 Piloten der größte Anbieter von Europaflügen. Wichtige Basen in Deutschland sind unter anderem Berlin-Schönefeld, Frankfurt, Weeze und Hahn.

Einen ersten Warnstreik im Rahmen der Tarifverhandlungen hatte die VC kurz vor Weihnachten gestartet. Damals konnte Ryanair alle bestreikten Maschinen mit Ersatzmannschaften starten lassen.

Im vorigen Herbst konnte die irische Fluggesellschaft wegen eines Mangels an Piloten ihren Flugplan nicht einhalten und musste etwa 20.000 Verbindungen streichen. Im Anschluss gab Ryanair-Chef Michael O'Leary einen Kurswechsel bekannt. Er sagte, er wolle die bis dahin befolgte antigewerkschaftliche Linie aufgeben und strebe Verhandlungen für das gesamte fliegende Personal an. Das Unternehmen hatte anschließend jährliche Mehrkosten von bis zu 114 Millionen Euro eingerechnet und einzelne Gewerkschaften als Verhandlungspartner anerkannt. Bislang schlossen sie allerdings keine Verträge ab.

ire/dpa-afxp



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