Billigairline Ryanair-Piloten fordern Rücktritt ihres Chefs

Piloten bei Ryanair sehen die Zukunft ihres Unternehmens gefährdet. Als Schuldigen haben sie Vorstandschef Michael O'Leary ausgemacht.

Ryanair-Maschine am Flughafen in Weeze (Nordrhein-Westfalen)
DPA

Ryanair-Maschine am Flughafen in Weeze (Nordrhein-Westfalen)


Die europäische Pilotenvertretung des Billigfliegers Ryanair hat den Firmenchef Michael O'Leary zum Rücktritt aufgefordert. Er habe bei der Lösung der Personal- und Flugplanprobleme versagt, heißt es in einem Schreiben des Pilotenrates EERC.

Die Piloten werfen dem Ryanair-Chef vor, ihre Angebote und Forderungen ausgeschlagen zu haben und so die Stabilität des Flugbetriebs weiterhin zu gefährden. Nach ihrer Einschätzung verlassen weiterhin Kapitäne und Co-Piloten in großer Zahl die Fluggesellschaft, um sich beispielsweise beim Konkurrenten Easyjet zu besseren Konditionen einstellen zu lassen.

BBC-Film: Ryanair vs. Easyjet - Kampf der Billigflieger

Bereits im vergangenen Herbst hatte Ryanair seinen Flugplan wegen fehlender Piloten-Kapazitäten zusammenstreichen müssen. Nach Darstellung des EERC könnte die Fluggesellschaft erneut auf eine ähnliche Situation zusteuern. O'Leary selbst hatte zuletzt von möglichen Störungen und Streiks um die Osterzeit gesprochen.

Flugabsagen seien wegen der anhaltenden Kündigungen erfahrener Piloten unausweichlich, teilte der Pilotenrat mit. Jeder mögliche Hoffnungsschimmer auf eine Lösung der Personalprobleme sei von O'Leary zerstört worden. Man könne nur hoffen, dass die Investoren und Anteilseigner den Chef frühestmöglich ersetzten.

bam/dpa



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Oceanus1997 27.02.2018
1. Nicht zu Easyjet
Die Piloten bei Ryanair fliegen nur 737-800, bei Easyjet fliegen aber nur Jets der A320-Familie. Ich glaube kaum das sich jeder noch einmal ein neues Typerating besorgt, es ist sehr teuer. Norwegian ist eine Alternative.
shnullck 27.02.2018
2. Heutige Wirtschaftsgebaren = Kindergarten
Ohne den permanenten Kostendruck und den daraus resultierenden Sparzwang jeder Branche generell geisseln zu wollen, was auch angebracht wäre, ist doch es immer wieder erstaunlich zu beobachten, dass viele Vorstände an der Balance zwischen Sparmassnahmen und der mehr oder weniger erfolgreichen Fortführung des operativen Geschäfts scheitern. Für mich ist das immer wieder erstaunlich.
edhomme 27.02.2018
3. Völlig richtige Forderung
Wer die neuen Kabinengepäck-Richtlinien von Ryanair erlebt hat, der kann nur zum Schluss kommen, dass O' Leary und die Führung der Airline jetzt völlig wahnsinnig geworden sind. Ryanair wird nicht mit seinem Gründer, sondern nur ohne ihn überleben können. Die Mitarbeiter tun mir sehr leid.
Casparcash 27.02.2018
4.
Zitat von edhommeWer die neuen Kabinengepäck-Richtlinien von Ryanair erlebt hat, der kann nur zum Schluss kommen, dass O' Leary und die Führung der Airline jetzt völlig wahnsinnig geworden sind. Ryanair wird nicht mit seinem Gründer, sondern nur ohne ihn überleben können. Die Mitarbeiter tun mir sehr leid.
also gerade diese richtlinien finde ich nun ziemlich einleuchtend. wenn man bedenkt, was leute teilweise an bord geschleppt haben, war das dringend nötig. ansonsten stimme ich ihnen zu. ohne o'leary wäre ryanair vielleicht sogar wieder sympathisch.
laermgegner 27.02.2018
5. Endlich Flugpreise
einführen, was ein Flug kostet - und die Sache ist naturgemäß erledigt. Heute ist es so, dass der Fahrt zum Flughaben mehr kostet als der Flug- unmöglich. Wie heißt der Witz noch - Ich muß nach London fliegen um ein Pächcken abzugeben, die Postpreise kann man sich nicht mehr leisten .
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