Nach Streiks Ryanair schließt Basis in Bremen und verkleinert Standort Weeze

Nach den Streiks an deutschen Standorten verkleinert der Billigflieger Ryanair die Flotte. Die Gewerkschaft Ver.di wirft dem Unternehmen einen Vergeltungsschlag vor.

Ryanair-Maschine
AFP

Ryanair-Maschine


Der Billigflieger Ryanair zieht mehrere Maschinen aus Deutschland ab. Der Standort Bremen mit zwei stationierten Flugzeugen soll Anfang November schließen, teilte die irische Gesellschaft mit. Im nordrhein-westfälischen Weeze werden zwei von fünf Flugzeugen abgezogen.

"Alle betroffenen Kunden wurden benachrichtigt. Der Großteil der Strecken wird fortgeführt", sagte Sprecher Robin Kiely. Die meisten Strecken von Bremen aus sollen ausländische Maschinen übernehmen, in Weeze sollen das die drei verbleibenden Flugzeuge machen.

Gewerkschaft kritisiert Ryanair

Die Gewerkschaft Ver.di warf der Airline vor, die Verlegung sei "ein Vergeltungsschlag" für die jüngsten Streiks. "Wir fordern Ryanair auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen und nicht die Existenz der Beschäftigten zu bedrohen", teilte Ver.di-Vorstand Christine Behle mit. An beiden Standorten hätten sich viele Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt. Laut Ver.di arbeiten in Bremen etwa 90 Mitarbeiter für Ryanair.

In mehreren europäischen Städten haben die Piloten und Flugbegleiter wiederholt gestreikt. Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen. Am Freitag waren wegen der Ausstände bei Flugbegleitern und Piloten mindestens 250 Flüge ausgefallen.

Die Fluggesellschaft hatte vor der Ankündigung bezüglich der Standorte Bremen und Weeze ihre Geschäftserwartungen gesenkt, etwa weil Treibstoff teurer geworden ist. Die Streiks hätten zudem das Vertrauen der Kunden untergraben, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary.

Laut O'Leary musste der Billigflieger weniger Buchungen für die Herbstferien und die Weihnachtssaison verkraften. Auch die Ticketpreise musste Ryanair stärker absenken. Die Airline verringert ihre Kapazitäten nun für die Wintersaison um ein Prozent.

cop/dpa

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