Drohender Weihnachtsstreik Gewerkschaft enttäuscht vom ersten Treffen mit Ryanair-Führung

Das Management von Ryanair hat sich erstmals mit einer Pilotengewerkschaft getroffen. Die Billigairline spricht von einem "positiven" Treffen. Die Piloten zeigen sich unzufrieden.

Ryanair-Maschine
AFP

Ryanair-Maschine


Das erste Treffen mit einer Pilotengewerkschaft in der Geschichte der Fluggesellschaft Ryanair hat keine Fortschritte gebracht. Die irische Gewerkschaft Impact Trade Union zeigte sich enttäuscht. Ryanair hingegen bewertete das Treffen als "positiv". An diesem Mittwoch werden Gespräche mit Gewerkschaftsvertretern aus Deutschland geführt.

Ryanair sei nicht bereit gewesen, die irische Gewerkschaft schriftlich anzuerkennen, kritisierte Pressesprecher Bernard Harbor. Man habe jetzt dem Unternehmen eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet und erwarte bis Donnerstagmittag eine Antwort. Mitglied der Gewerkschaft ist die irische Pilotenvereinigung IALPA. Ryanair sagte zu, bis Donnerstag schriftlich auf Vorschläge zu antworten.

Die Billigairline hatte es bislang grundsätzlich abgelehnt, Gewerkschaften als Vertreter ihrer Beschäftigten anzuerkennen. Ryanair hatte seine antigewerkschaftliche Haltung in der vergangenen Woche angesichts von Streikdrohungen für das Weihnachtsgeschäft in mehreren europäischen Staaten aufgegeben. Man sei nunmehr bereit, Gewerkschaften als Interessenvertreter der Arbeitnehmer anzuerkennen, hieß es.

Noch in der vergangenen Woche hatte Ryanair Gespräche über die Arbeitsbedingungen der Flugbegleiter abgelehnt. Das hatte bei der deutschen Gewerkschaft Ufo für Empörung gesorgt. "Es ist ein Skandal, dass Ryanair hier eine Zweiklassengesellschaft errichten will".", sagte Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies. "Arbeitnehmerrechte können nicht an der Cockpittür haltmachen."

Für Mittwoch sind Verhandlungen zwischen Ryanair und Vertretern der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geplant. Man müsse herausbekommen, ob Ryanair wirklich Tarifverhandlungen anstrebe, sagte VC-Vorstand Markus Wahl. "Es kann auch sein, dass sie sich nur über die Weihnachtstage retten wollen."

Gemeinsam mit den europäischen Partnergewerkschaften für das Kabinenpersonal verlange man weiterhin Verhandlungen und werde den Druck auf Ryanair erhöhen. Für den Fall, dass das Unternehmen nicht verhandeln sollte, stünden die nächsten Streikankündigungen bevor, diesmal seitens des Kabinenpersonals.

hej/dpa-AFX



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Nordstadtbewohner 20.12.2017
1. Völlig abgehoben
"Ryanair sei nicht bereit gewesen, die irische Gewerkschaft schriftlich anzuerkennen, kritisierte Pressesprecher Bernard Harbor." Seit wann ist es Pflicht, eine Gewerkschaft schriftlich anzuerkennen? Die Aussage für sich steht meines Erachtens für einen deutlichen Realitätsverlust, der nicht selten bei Gewerkschaftern vorzufinden ist. Ich hoffe, Ryanair lässt sich nicht erpressen. Ein Unternehmen kann auch Personal ohne Zutun der Gewerkschaft beschäftigen und mit jedem einzelnen einen individuell ausgehandelten Lohn/ Gehalt zahlen.
bristolbay 20.12.2017
2. Hoffen?
Zitat von Nordstadtbewohner"Ryanair sei nicht bereit gewesen, die irische Gewerkschaft schriftlich anzuerkennen, kritisierte Pressesprecher Bernard Harbor." Seit wann ist es Pflicht, eine Gewerkschaft schriftlich anzuerkennen? Die Aussage für sich steht meines Erachtens für einen deutlichen Realitätsverlust, der nicht selten bei Gewerkschaftern vorzufinden ist. Ich hoffe, Ryanair lässt sich nicht erpressen. Ein Unternehmen kann auch Personal ohne Zutun der Gewerkschaft beschäftigen und mit jedem einzelnen einen individuell ausgehandelten Lohn/ Gehalt zahlen.
Und ich hoffe, die Piloten- und die Kabinenpersonalgewerkschaften durchschauen schnell das Spielchen von Ryanair und bestreiken diesen Laden. Dann wird der große Zampano aus Dublin schnell entzaubert und man sollte sich fragen, ob die einen Streik von 5 oder 6 Wochen aushalten. Wenn die Holzsitze und KLositze bei diesem Aussager mal 10-15 Euro teurer werden und die Mitarbeiter werden dafür besser entlohnt, dann wird mal halt ein Flug weniger gebucht. Tur auch der Umwelt gut.
havit 20.12.2017
3. Wer Ryanair kennt,
der weiß genau wer der Erpresser ist. Auf allen Flughäfen werden Gebühren für Start- und Landungen erhoben, die werden von Ryanair immer nach unten gedrückt. Das geht so lange, bis der Flughafenbetreiber die rote Karte zückt und Ryanair sich von diesem Airport verabschiedet. Es sind doch meistens immer nur kleine Flughäfen, die der Ire ansteuert. Er gibt an in Frankfurt zu landen, dabei ist es Hahn. Zu früheren Zeiten war es Friedrichshafen und Memmingen, es gibt mit Ryanair keine deutschen Inlandsflüge mehr. Die Flugzeuge immer nur mit knappster Tankfüllung unterwegs, daher auch schon Notlandungen provoziert. Was das Personal angeht, da müssen die dafür zuständigen Organe genau hinsehen. Es sind nun mal die Gewerkschaften die dafür zuständig sind und der Gesetzgeber. Wie lange wurde die LH bestreikt, immer zu besonderen Tagen. Wer seine Kunden, die Fluggäste, solchen Gefahren aussetzt, der muss kontrolliert werden.
INGXXL 21.12.2017
4. #3
Sie kennen sich in der Luftfahrt nicht aus. Es ist eine Mindesttreibstoffmenge vorgeschrieben und das wird auch von den Aufsichtsbehörden überwacht. Genauso ist das mit den Wartungsintervallen der Maschinen. Da kann Ryanair nicht sparen. Bei den Gehältern schon Pilot 85 T anstelle von 200 T/a oder Stewardess 2 T/m anstelle von 4T/m
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