Dublin - Der irische Billigflieger Ryanair will sich gegen das Verbot der EU-Kommission einer Komplettübernahme des heimischen Konkurrenten Aer Lingus zur Wehr setzen. Die Fluggesellschaft werde Widerspruch gegen die Entscheidung einlegen, kündigte Ryanair am Mittwoch umgehend an. Das Übernahmeverbot sei politisch motiviert.
Es sei im Interesse des irischen Staates ausgesprochen worden, der seinerseits 25 Prozent an Aer Lingus halte. "Das Verbot gründet nicht auf einer fairen und vernünftigen Anwendung der EU-Wettbewerbsvorschriften", heißt es in einer Stellungnahme der Fluggesellschaft. Es stehe auch nicht im Verhältnis zu anderen Übernahmen und Fusionen in der europäischen Luftfahrtbranche.
Ryanair ist mit einem Anteil von rund 30 Prozent schon jetzt der größte Aktionär bei Aer Lingus. Deren Vorstandschef Christoph Müller begrüßte die Entscheidung aus Brüssel: "Unsere Position war immer, dass es das Angebot von Ryanair gar nicht hätte geben dürfen." Es sei nun das dritte Mal, dass Ryanair vergeblich versucht habe, Aer Lingus zu übernehmen.
Tatsächlich war das Unternehmen schon mit seiner ersten Übernahmeofferte für Aer Lingus 2007 am Veto der EU-Kommission gescheitert. Einen zweiten Anlauf hatte das Unternehmen selbst abgebrochen. Für den 2012 gestarteten dritten Versuch bot der Billigflieger an, Teile des Aer-Lingus-Kurzstreckengeschäfts an Konkurrenten wie die britische Fluglinie Flybe abzutreten, um so den Wettbewerb auf den Strecken aufrecht zu erhalten.
Ryanair bietet nach früheren Angaben 700 Millionen Euro für Aer Lingus. Die Billigfluglinie hofft jetzt darauf, dass der Konkurrent auch seine aktuellen Anteile abstoßen muss.
nck/dpa
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