Tarifstreit mit irischen Piloten Ryanair will Schlichter einschalten

In der kommenden Woche stehen bei Ryanair in mehreren Ländern gleichzeitig Streiks an. Auch die irischen Piloten wollen wieder teilnehmen. Mit ihnen will Ryanair jetzt über einen Schlichter verhandeln.

Ryanair-Piloten beim Streik in Dublin
STR/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Ryanair-Piloten beim Streik in Dublin


Der irische Billigflieger Ryanair hat sich bereiterklärt, in den Tarifkonflikt mit irischen Piloten einen Schlichter einzuschalten. Die irische Pilotengewerkschaft Forsa begrüßte die Ankündigung und empfahl ihren Mitgliedern, darauf einzugehen.

Die Fluggesellschaft hat im vergangenen Jahr erstmals Gewerkschaften anerkannt und muss seither in etlichen Ländern gleichzeitig über bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung verhandeln. Bisher bekam Ryanair noch kein Tarifabkommen zustande. Die Gewerkschaften beklagen schon lange eine vergleichsweise schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen. Das weist das Unternehmen zurück.

Die Arbeitsniederlegung der Iren am Freitag hatte nur geringe Auswirkungen. Die Fluggäste der rund 20 gestrichenen Flüge in Irland wurden umgebucht oder entschädigt. Dennoch hatte Ryanair unter anderem wegen der bisherigen Streiks vergangene Woche angekündigt, seine Flotte in Irland zu verkleinern, was einen Abbau von 300 Stellen bedeutet. In Polen dagegen will Ryanair mehr Maschinen stationieren.

Am Freitag kommender Woche steht der Airline eine Streikwelle ins Haus. Die irischen Pilotengewerkschaften hatten angekündigt, sich den in Schweden und Belgien geplanten Streiks am 10. August anzuschließen. Ryanair geht zudem davon aus, dass es auch in Deutschland und den Niederlanden zu Ausständen kommt.

Video: Kampf der Billigflieger

Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit erklärte, bei mehreren Treffen mit dem Management habe es keinen Verhandlungsfortschritt gegeben und setzte der Airline zum Abwenden von Streiks eine letzte Frist bis Montag.

Ryanairs Marketingchef Kenny Jacobs hatte den Vorschlag der irischen Piloten, einen externen Vermittler einzuschalten, am Donnerstag noch abgelehnt. Der für den 10. August geplante Solidaritätsstreik sei unverantwortlich und geschäftsschädigend, sagte er. Am Freitag äußerte sich der Manager im irischen Radiosender Newstalk jedoch gelassen.

Die Störungen des Flugbetriebs seien voraussichtlich gering und zu managen. Ryanair kündigte für nächste Woche Freitag erneut an, 20 von insgesamt 300 Flügen von und nach Irland zu streichen. Es gebe Fortschritte in den Gesprächen in den anderen europäischen Ländern, sagte Jacobs. In den wichtigsten Märkten sei im Herbst mit Abschlüssen zu rechnen.

ans/Reuters



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