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Schwarzarbeit in Frankreich: Ryanair muss acht Millionen Euro Schadensersatz zahlen

Ryanair-Maschine (Archivbild): "Karikatur einer bösen Fluggesellschaft" Zur Großansicht
dpa

Ryanair-Maschine (Archivbild): "Karikatur einer bösen Fluggesellschaft"

Herbe Niederlage für Ryanair: Ein Gericht in Frankreich hat die Billigfluglinie zur Zahlung von rund acht Millionen Euro Schadensersatz verurteilt - wegen Schwarzarbeit auf dem Flughafen Marseille.

Paris/Dublin - Die irische Fluggesellschaft Ryanair muss in Frankreich 8,1 Millionen Euro Schadensersatz zahlen. Das Berufungsgericht in Aix-en-Provence verhängte am Dienstag zudem wie bereits in erster Instanz eine zusätzliche Geldstrafe von 200.000 Euro.

Die Richter sprachen der französischen Sozialversicherungskasse Urssaf nun 4,5 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Beiträge zu. Ryanair soll zudem drei Millionen Euro an die Flugpersonal-Rentenkasse und knapp 500.000 Euro an das Arbeitsamt nachzahlen.

Auch Gewerkschaften und vier früheren Piloten, die als Nebenkläger aufgetreten waren, wurde Schadenersatz zugesprochen. In einem ersten Verfahren war die Airline vor einem Jahr zu 8,8 Millionen Euro Schadenersatz und 200.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ryanair hatte dagegen Berufung eingelegt.

Ryanair betreibt seit 2007 eine Niederlassung auf dem Flughafen Marseille Provence. Sozialabgaben für die 127 dortigen Mitarbeiter entrichtete das Unternehmen aber in Irland und nicht in Frankreich, wo diese Kosten deutlich höher liegen - laut Staatsanwaltschaft um das Vierfache.

"Ein solcher Unterschied erlaubt natürlich, Kosten zu senken", sagte die zuständige Staatsanwältin bei der Berufungsverhandlung im Juni. "Mit den Flugtickets werden keine Gewinne gemacht, die müssen woanders herkommen. Bei Ryanair waren die Angestellten low cost, sogar sehr low cost."

Ryanair hatte vor Gericht argumentiert, die Fluggesellschaft habe an dem Flughafen keine feste Niederlassung unterhalten, sondern lediglich einen operativen Stützpunkt. Als Reaktion auf die Vorwürfe des Sozialdumpings und des unlauteren Wettbewerbs sagten Unternehmensanwälte, es werde "eine Karikatur einer bösen Fluggesellschaft" gezeichnet. In keinem anderen Land, wo Ryanair Stützpunkte habe, würden Strafen gegen das Unternehmen verhängt.

bos/AFP

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